Von 27. bis 29. Dezember 2009 unternahmen Peter Jeutter und Robert Seebacher eine Forschungstour in das Gebiet der Tauplitz-Hochalm (Trageln). Ziel war die weitere Erforschung des im Vorjahr entdeckten neuen Schachtsystems im Ozonloch.
Ausgehend von der Tauplitzalm erfolgte der Aufstieg mit Schi, jedoch wurde dieser durch die geringe Schneelage erschwert.
Anschließend baute man in der Nähe des Einstiegsschachtes bei starkem Wind und dem letzten Tageslicht auf einer Seehöhe etwa 2000 m das Zelt auf.
Nach einer stürmischen und sehr kalten Nacht stiegen die beiden um 11.30 Uhr in die Höhle ein. Der Abstieg durch die beeindruckende Schachtserie gestaltete sich problemlos und rasch war der bisherige Endschacht in 375 m Tiefe erreicht.
Hier gelang es über mehrere kleine Abseilstellen bis zu einem engen bewetterten Mäander in 404 m abzusteigen. Leider war aber hier kein Weiterkommen möglich. Der erhoffte Durchbruch in Horizontalgänge, welche in diesem Gebiet auf einer Seehöhe von etwa 1600 m entwickelt sind scheiterte also nur wenige Meter über diesem Niveau.
Also galt es das Schachtsystem auszubauen, bzw. diverse Seitenteile zu erforschen und aufzuarbeiten. Zwischen 360 m und 265 m Tiefe konnten 5 weitere Fortsetzungen vermessen werden. Leider erbrachten all diese Ansätze keinen Durchbruch in größere Höhlenteile. Der bedeutendste Seitenast war der Didgeridoo Canyon, welcher bei -265 m ansetzt und bis zu einer Engstelle bei -326 m verfolgt werden konnte. Namensgebend war die äußerst ungewöhnliche Akustik in diesem Höhlenteil. In niederen, steil abfallenden Spalten gibt es noch einige schwierige Fortsetzungen, die nicht mehr näher untersucht werden konnten.
Die Tour konnte auch mit zwei biospeläologischen Funden aufwarten:
In einem Canyon bei – 280 m wurde ein Höhlenkäfer aufgesammelt und beim Abschrauben einer Spitlasche wurde ein darunter sitzender Pseudoskorpion Neobisium aueri angetroffen.Von -404 m bis -60 m wurden sämtliche Seile ausgebaut, wodurch die Tour ziemlich lang wurde. Erst um 01:45 Uhr erreichten die zwei die Oberfläche und das schützende Zelt.

Insgesamt wurden bei dieser mehr als 14-stündigen Tour 248 m Neuland vermessen, wodurch sich die Gesamtlänge des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems auf 21.930 m erhöhte.

Auch die Höhle ist technisch sehr anspruchsvoll und anfangs an eine vom Eingang steil nach oben führende, breite Kluft angelegt. Da die Einbauten aus den 80er-Jahren unbrauchbar geworden waren, mussten sämtliche Seilaufstiege neu erklettert und eingerichtet werden.
Ziel dieser Tour war die Bezwingung eines großen Schlotes über dem Dohlendom. Dieser wurde nun bis in insgesamt 56 m Höhe erklettert, wo ein bedeutender Horizontalgang (Akkordgang) entdeckt werden konnte. Der Schlot setzt sich aber auch noch mindestens 21 m weiter nach oben fort. Dieser Bereich der Höhle war stark bewettert. Der Akkordgang führt in einen größeren Raum (Jubiläumskammer) und setzt sich dann weiter in Richtung Westen fort. Der beeindruckende, stark mäanderierende Gang hat ein linsenförmiges Profil und ist bei einer Breite von meist 5 m bis zu 3 m hoch. Zwei stark bewetterte Seitengänge enden unschliefbar. Der Gangboden ist mit Lehm, feinem Sand und partiell auch mit Sinterplatten bedeckt.
Es finden sich dort auch Stalagmiten. Fledermauskot deutet darauf hin, dass dieser Bereich der Höhle von den Tieren als Winterquartier genutzt wird. Das Ende des Ganges mündet in einen noch unerforschten Schacht mit 15 m Tiefe, der sich auch 17 m nach oben fortsetzt.
Bei dieser 8-stündigen Tour konnten 447,9 m vermessen werden bei einer Ganglänge von 424,7 m. Mit den bereits vermessenen Teilen ergibt sich eine neue Großhöhle auf den Hochangern. Die Gesamtlänge der Höhle erhöhte sich auf 645 m bei einer Niveaudifferenz von 111 m (+92 m, -19 m). Die Horizontalerstreckung beträgt 201 m. Die Höhle hat noch vielversprechende Ansatzpunkte für weitere Forschungen.







Am 07. August 2009 unternahm Robert Seebacher einen neuerlichen Tauchvorstoß im Schwazenbachloch. Diesemal erfolgte die Unterstützung durch Resi und Erwin Hüttner sowie Taraneh und Ernest Geyer. Die Bedingungen waren diesmal besser und unter Wasser herrschten mehrere Meter Sicht. Da die Leine beim ersten Tauchgang wieder aus dem Siphon entfernt wurde, musse die Leine wieder neu verlegt werden. Vom 1. Siphonknie bei -10 m führt eine enge Kluft steil nach oben. Hier kann man in einer winzigen Luftglocke den Kopf aus dem Wasser strecken. An dieser Setelle ist der Siphon aber nicht zu Ende, sondern setzt sich erneut nach unten fort. Nach insgesamt 37 m Tauchstrecke war die Sicherheitsgrenze in knapp 5 m Tiefe erreicht und es wurde der Rückweg angetreten. Diesmal wurde die Führungsleine in Siphon belassen, um bei einem nächsten Vorstoß den Endpunkt schneller erreichen zu können. Weiters konnte die gesamte Unterwasserstrecke vermessen werden.

Obwohl die Schüttung gering war, stellten sich die Bedingungen als alles andre als Ideal dar. Durch ein leichtes Hochwasser am Vortag war das Wasser sehr trüb. Die Sicht unter Wasser betrug anfangs nur wenige dm und verschlechterte sich schnell auf null. Dadurch war es teilweise gar nicht mehr möglich die Instrumente abzulesen, bzw. musste der Weg tastend gefunden werden.

Es zeigte sich dass das Wasser sehr schnell abfließt und so gut wie keine Rückstauzonen vorhanden sind. Aus diesem Grund erschien es nun auch möglich, den Tauchvorstoß bei nicht ganz optimalen Bedingungen durchzuführen.
Nach dem Eingang ist anfangs ein Schachtsystem bis in eine Tiefe von 160 m zu überwinden. Eintretende Gerinne machen die Absteige teilweise sehr feucht und erschweren die Befahrung. Nach der Überwindung des Christophorus-Sees setzt sich der Weg nun als über 500 m langer Canyonteil fort. Dieser mündet in geräumige phreatische und teilweise stark verlehmte Gangpassagen. Nach einem kleinen Abstieg gelangt man in den Autobahncanyon, welcher bei Hochwasser den Hauptbach der Höhle ableitet. Hinter einem kurzen, aber sehr dreckigen und nassen Schluf erreicht man schließlich den Blinden Canyon, welcher am Tiefen Siphon bisher endete.
Der Tauchgang wurde von Robert SEEBACHER durchgeführt, wobei ein 2 x 4 Liter Tauchgerät zum Einsatz kam. Die Sichtweite unter Wasser betrug etwa 1 m, Strömung war keine zu bemerken, da sich ein Gerinne von nur etwa 1 l/s in den Siphon ergoss.
Dank: Herwig LOIDL und Georg XENGER von den Österreichischen Bundesforsten für die Fahrerlaubnis, Hermann KIRCHMAYR und Erhard FRITSCH für Planunterlagen und Informationen sowie dem fleißigen Trägerteam, welches den langen, teilweise nassen und schmutzigen Weg durch die Höhle bestreiten musste. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Höhlenforscher, welche in stunden- und tagelanger Arbeit diese beiden Großhöhlen bisher arbeiteten und dokumentierten.









