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Montag, 16. Dezember 2013

Neuer Längenzuwachs der Ghar-e-Bournic/Iran

Vom 16. bis 18. Oktober 2013 wurden vom Verein für Höhlenkunde in Obersteier (VHO) in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Iranian Cavers & Speleologists Association (ICSA) die Vermessungen der Ghar-e-Bournic weitergeführt.


Teilnehmer: Vahid Ashrafi (ICSA - Mashhad), Sarah Edalatian Arasteh (ICSA - Mashhad), Ernest Geyer (VHO - Admont), Aslan Mostafvi (Teheran), Hamid Nezamdost (ICSA - Mashhad), Taraneh Khaleghi (VHO - Admont), Jalal Zaree (Alborz Caving Club - Karaj) und Samira Zareei (Isfahan).
Das Biwak wurde wie in den vergangenen Jahren auch diesmal wieder vorm Höhleneingang eingerichtet. Am ersten Tag wurde nach der Anreise noch mit der Vermessung in den tiefen Teilen der Höhle begonnen. Es konnte die sog. Isfahan Passage vermessen werden - ein steil nach oben führender, 60 m langer Gangteil. Der Boden ist mit feinem Sand bedeckt. Ein Gangansatz hinter großen Versturzblöcken bildet eine mögliche Fortsetzung in diesem Bereich. Weiteres wurde begonnen die Höhlengänge östlich der Isfahan Passage zu vermessen.


Am zweiten Tag wurde in zwei Messteams gearbeitet und die Vermessungen östlich der Isfahan Passage fortgesetzt - es handelt sich hier um zwei größere Räume, wobei der letztere dann über Versturzblöcke in einen niederen, unübersichtlichen Höhlenteil übergeht. In diesem Raum befinden sich auf einer ca. 2 m großen Wandfläche Ausblühungen von Gips-Kristallen (Gypsum-flowers). Der anschließende, niedere Höhlenteil bildet über mehrere Gänge die Verbindung zur Sternenhalle. In diesem Bereich setzen mehrere Seitengänge an, wie die sog. Mashhad Passage, die jedoch auch nach 50 m verstürzt endet und jetzt mit 192 m unter dem Eingangsniveau den aktuell tiefsten Punkt der Höhle bildet.
Am 24. Oktober 2013 wurde eine weitere Vermessungstour in die Ghar-e-Bournic durchgeführt.
Teilnehmer: Mojtaba Alizadeh (Alborz Caving Club - Karaj), Ernest Geyer (VHO - Admont), Hossein Shayegan (Alborz Caving Club - Karaj), Jalal Zaree (Alborz Caving Club - Karaj).


Das Ziel war es offene Fortsetzungen im Mittelteil der Höhle aufzuarbeiten - diese Gangteile sind in der Verturzzone unterhalb der Stalagmitenhalle angelegt und durch enge Schlufstrecken unterbrochen. Es finden sich in diesem Bereich partiell sehr schöne Versinterungen. Weiters wurde eine Reststrecke in der Großen Halle vermessen, wobei Tonscherbenfunde gemacht werden konnten.
Insgesamt wurden 583 m vermessen wobei sich die dokumentierte Ganglänge der Ghar-e-Bournic um 548 m auf 4021 m erhöht. Die Vertikalerstreckung erhöhte sich um 2 m und beträgt nun 239 m (-192 m, +47 m). Die vermessenen Gangteile weisen ebenfalls die für die Höhle markante Schichtfolge auf und der Fels ist auch hier sehr mürbe und brüchig. Weitere Fortsetzungen sind in der Höhle sowohl in den tiefen als auch in den oberen Teilen der Höhle noch vorhanden.


Weiters gab es ein interessantes Treffen bzgl. Informationsaustausch mit Changiz Sheikhli in Karaj - er war Gründungsmitglied der Iran SpeleologyAssociation (ISA) im Jahre 1946. Changiz Sheikhli arbeitet aktuell an einer mehrbändigen Enzyklopädie über die Höhlen des Iran.

Ein Dank geht alle Teilnehmer des Vermessungsprojektes Ghar-e-Bournic 2013, an Javad Nezamdost (Präsident der ICSA) für die Unterstützung sowie an Babak Malek und Keivan Hassani für den Transport von Teheran nach Harandeh.

Text und Bilder: Ernest Geyer

Dienstag, 11. Dezember 2012

Forschungen im IRAN 2012 - Ghar-e-Bournic

In Zuge der internationalen Zusammenarbeit des Vereins für Höhlenkunde in Obersteier mit dem Verein Espilat (Teheran) konnten die Vermessungsarbeiten in der Ghar-e-Bournic fortgesetzt werden.
Vom 29. bis 30.11.2012 wurde von Mehran Hamidi und Ernest Geyer ein Kurzforscherlager in die Ghar-e-Bournic durchgeführt. Das Biwak wurde wie bereits im vergangenen Jahr vor dem Eingangsbereich der Höhle aufgeschlagen. 
Am ersten Forschungstag wurde mit der Vermessung der großräumigen Fortsetzung bei der sog. Löwenhalle (Talar-e-Schir) begonnen. Dieser anschließende Höhlenteil hat beachtliche Dimensionen - die sog. Monsterhalle (Talar-e-Heijula), benannt nach einer Tropfsteinformation, die einem geöffneten Maul ähnelt, erstreckt sich über eine Länge von bis zu 70 m bei einer Breite von bis zu 30 m und einer Raumhöhe bis zu 12 m. Riesige Versturzblöcke bedecken den Hallenboden. Am südwestlichen Hallenende setzt sich die Höhle weiter fort. Ein Stalagmitenzaun (Parchin-e-Stalagmit) bildet die Grenze zum sog. Wunderland. Das Wunderland (Sarzamin-e-Adjayeb) ist ein unübersichtlicher Höhlenteil mit starker Versinterung – dieser Bereich ist mit zahlreichen Tropfsteinen und -säulen sowie partiell mit einem großflächigen Excentriquesüberzug versehen. Weiterführende Höhlenteile sind unschliefbar bzw. versintert. Die nördliche Fortsetzung der Monsterhalle erstreckt sich über eine Länge von 40 m und endet an einem ca. 20 m tiefen Schacht, der als vielversprechende Fortsetzung angesehenen werden kann.
Am zweiten Forschungstag wurden sämtliche Seitengänge in der Monsterhalle aufgearbeitet sowie die nördliche Fortsetzung der Löwenhalle vermessen. In diesem Gangteil wurde auch der Beginn eines unterlagernden Schachtsystem vermessen – eine mögliche Verbindung in die großräumige Stalagmitenhalle (Talar-e-Stalagmit)? Aufgrund der akuten Einsturzgefahr wurde das weiterführende Schachtsystem nicht befahren. Insgesamt wurden 779 m vermessen - die Ganglänge der Höhle erhöhte sich dabei um 715 m auf 3473 m bei unveränderter Vertikalerstreckung von 237 m (+47 m, -190 m). Die Ghar-e-Bournic, aktuell längste Höhle der Provinz Teheran, reiht sich nun in der Statistik als viertlängste Höhle des IRAN ein. Offene Fortsetzungen, die das Ziel der nächsten Forschungsfahrt sein werden, lassen noch weiteres Neuland erwarten.
Im Zuge dieser Iranreise des Verfassers wurde beim Espilat-Vereinsabend ein gut besuchter Vortrag zur Höhlenforschung in Österreich mit Vorstellung des VHO-Projekts „Sub Glacies“ abgehalten.
Weiters gab es ein ausführliches Gespräch mit Roshan Aminnia vom Speleological Department der Iran Mountaineering Federation über die internationalen Zusammenarbeiten bzgl. Höhlenforscherausbildung - (bereits durchgeführte Ausbildungsmodule: Geologie, Höhlenrettung (FFS), Höhlenbefahrungstechnik (polnische Höhlenforscher) - für 2013 soll in Zusammenarbeit mit dem Verfasser ein Vermessungs- und Planerstellungsworkshop im IRAN organsiert werden.

Text: Ernest Geyer. Fotos: Ernest Geyer & Taraneh Khaleghi

Dienstag, 2. August 2011

Ghar-e-Bournic (Iran) – Vertikaldifferenz über 200 m

Vom 14. bis 15. Juli 2011 wurden die Vermessungsarbeiten in der Ghar-e-Bournic, Herandeh, IRAN, fortgesetzt. Das Biwak wurde vor dem Höhleneingang aufgeschlagen.
Teilnehmer: Mehran Hamidi, Ernest Geyer
 Am ersten Tag wurde die sog. Stachelschwein-Passage (Gozargah-e-Joojehtighi) vermessen – das Gangsystem führt vom Eingang in Richtung Süden und erreicht den derzeit höchsten Punkt der Höhle mit 47 m über dem Eingangsniveau. Dieser Teil wird gelegentlich von Stachelschweinen bewohnt – zahlreiche Stachel konnten in diesem Bereich vorgefunden werden!
Am zweiten Tag wurde die Vermessung in den tieferen Teilen der Höhle weitergeführt. Neben kleineren Gängen, die meist verstürzt oder unschliefbar endeten konnte die sog. Sternenhalle (Talar-e-Setaregan) - mit einer Länge von 57 m und einer Breite von bis zu 27 m - vermessen werden. In diesem Bereich befindet sich der derzeit tiefste Punkt der Höhle mit -190 m unter dem Eingangniveau. Weitere Gangfortsetzungen sind hier vorhanden, die das Ziel der nächsten Forschungstour sein werden. Auch in den tiefen Teilen konnte immer wieder leichte Wetterführung festgestellt werden. Am Rückweg wurde noch ein Verbindungsgang zwischen der Feldermauskammer und der Stalagmitenhalle vermessen.
Die aktuelle Länge der Höhle erhöht sich auf 2.758 m bei einer neuen Niveaudifferenz von 237 m (-190 m, +47 m).

Mittwoch, 6. Mai 2009

Neues aus dem Iran

Am 01.05.2009 wurden die Vermessungsarbeiten in der Ghar-e-Bournic fortgesetzt.

Teilnehmer: Morteza Ahooe, Ernest Geyer, Morteza Jahri, Alireza Moradi, Ahmad Reza Motahari, Payman Sabet Tabar.

Das Ziel dieser Tour war die Erforschung und Vermessung der Seitengänge in den großen Hallen. Es wurde ein Seitengang in der Fledermauskammer, der nun eine weitere Verbindung in die Stalagmitenhalle bildet, vermessen. Dort wurden zwei weitere Seitengänge vermessen. Ein Gang, der in der Mitte der Halle ansetzt, endet nach 20 m an einem Versturz. Die zweite Fortsetzung am nordwestlichen Hallenende geht in einen 60 m tiefen Direktschacht über, der nach 10 m in eine große Kluft einmündet (8 m breit, ca 50 m lang). Die gesamte Schachtwand ist mit Sinterbildung und keine Stalagmiten überzogen. Am Schachtboden setzt ein Gang an, der in einen Hallenbreich mit weiteren Fortsetzungen führt. Hier befindet sich mit -142 m der derzeit tiefste Punkt der Höhle. Trotz der Großräumigkeit dieser Höhlenteile war hier wieder eine sehr deutliche Wetterführung bemerkbar.

Weiters wurde mit der Vermessung des steil nach oben fühenden Ganges im Eingangsbreich begonnen. Der letzte Vermessungpunkt bildet mit 18 m über dem Eingang den höchsten Punkt der Höhle. Diese Passage setzt sich weiter nach oben fort.

Die aktuelle Länge der Höhle erhöht sich auf 2.226 m bei einer neuen Niveaudifferenz von 160 m (-142m, +18m). Die Forschungen werden im Herbst 2009 fortgesetzt.

Freitag, 13. März 2009

Forschungen im Iran

Zum Jahresausklang und -anfang wurden am 31.12.2008 & 09.01.2009 die Vermessungen in der Ghar-e-Bournic von Mehran Hamidi und Ernest Geyer fortgesetzt.
Folgende Höhlenteile wurden vermessen:
Der Windgang [Kuran], ein kurzer Gang mit sehr starker Wetterführung, der die Verbindung der Großen Halle [Talar-e-Bozorg] zur Kerzenhalle [Talar-e-Sham] bildet.
Die Kerzenhalle mit den Seitengängen, die Fledermauskammer [Otagh-e-Khoffash] sowie die Stalagmitenhalle [Talare Stalagmite].
Insgesamt konnten 998,6 m vermessen werden.
Die Gesamtlänge der Höhle erhöht sich auf 2.021 m bei einer neuen Niveaudifferenz von ±104,3 m. Im gesamten Höhlenbereich konnten Fledermäuse beobachtet werden. Die Vermessung der Höhle wird 2009 fortgesetzt.

Montag, 13. Oktober 2008

Iran-Expedition 2008

Text und Bilder von Ernest Geyer
In Zusammenarbeit der Vereine ESPILAT und VHO wurden auch dieses Jahr wieder höhlenkundliche Forschungen im Iran durchgeführt.

1. Ghar-e-Bournic
Am 19. September 2008 wurden die Vermessungsarbeiten in der Ghar-e-Bournic fortgesetzt.

Teilnehmer: Mehran Hamidi, Ernest Geyer.

Es konnte die „Große Halle“ [Talar e Bozorg] sowie ein Teil des SW-Ganges vermessen werden. Die „Große Halle“ ist 60 m lang, 55 m breit und bis zu 35 m hoch und besitzt zwei Hauptfortsetzungen:
Der SW-Gang verläuft mehr oder weniger parallel zum Talverlauf und mündet in die „Große Halle“. In den Seitenteilen findet man beeindruckende Sinterbildungen und Kalzitkristalle. Der SW-Gang geht in eine größere Halle über (Löwenhalle [Talar e Shir]; 74 m lang, 32 m breit u. bis zu 12 m hoch) und setzt sich dann großräumig weiter fort.

Die zweite Fortsetzung befindet sich im NW der „Großen Halle“ und ist über eine stark bewetterte „Engstelle“ (1,5 m x 2,5 m), dem Windgang, zu erreichen. Der anschließende Höhlengang wurde aus Zeitgründen nicht mehr vermessen, jedoch noch auf ca.100 m erkundet (geschätzte Gangdimensionen: 15 m Breite, 20 m Höhe). Die Höhle setzt sich hier ebenfalls großräumig weiter fort.

Insgesamt dauerte die Vermessung 10 Stunden – es wurden 595,07 m vermessen wobei sich die Höhlenlänge auf 1080,4 m erhöht. Die Niveaudifferenz bleibt mit ± 86,1 m unverändert.

Die weitere Vermessung der Höhle ist für Dezember2008/Jänner2009 geplant.

Literatur: Forschungsprojekt Ghar-e-Bournic, Provinz Teheran, IRAN; VHO Mitteilungen; 2007

2. Speläologische Hochgebirgsprospektion „Zard Kooh 2008“
Aufbauend auf die Ergebnisse 2007 wurde vom 21.- 25. September 2008 eine weitere Hochgebirgsprospektion im Zard Kooh Gebirge durchgeführt. (Prospektionsgebiet: Ostseite des Zard Kooh - Seehöhe 3515 m - 4221 m)

Teilnehmer: Gholam Reza Amighi, Mehran Hamidi, Mojtaba Jalalati, Sepehr, Danesch, Amir Caichi, Reza Tahmasbi, Ahmad Motahari, Ernest Geyer.

Die Prospektion erstreckte sich diesmal bis in die Gipfelregion des Kloonchin (4221 m)

Insgesamt wurden 5 neue Höhlen entdeckt und vermessen. Der Vermessung der Ghar-e-Omid wurde fortgesetzt. Weiters wurden an die 40 Karstojekte untersucht, die jedoch nach einigen Metern verstürzt oder mit Schnee verfüllt endeten.

1. Ghar-e-Omid (Hoffnungshöhle) Länge 43,3 m / ND -34,5 m

2. Ghar-e-Morvârid (Perlenhöhle) Länge 34,4 m / ND -27,6 m

3. Ghar-e-Zard Kooh (Höhle am gelben Berg) L. 64,1 m / ND -51,3 m

4. Ghar-e-Sarâcheh (Kleine Höhle) Länge 16,1 m / ND -9,4 m

5. Ghar-e-Barfchâl 2 (Schneeloch 2) Länge 21 m / ND ± 18,5 m

6. Ghar-e-Tagâv (Trichterhöhle) Länge 86,3 m / ND -29,3 m

Insgesamt wurden 252,4 m neue Höhlengänge vermessen.

Literatur: Speläologische Hochgebirgs-Prospektion „Zard Kooh 2007“ (Provinz Chaharmhal wa Bachtiary; IRAN); VHO Mitteilungen; 2007

3. Präsentationen Zard Kooh & Sub Glacies
Am 30. September wurden die Ergebnisse der Zard Kooh Prospektion, sowie das VHO-Projekt „Sub Glacies“ im Rahmen des ESPILAT-Vereinsabends vorgestellt. Vortragende: Mehran Hamidi u. Ernest Geyer. Teilnehmer ca. 50 Personen.

Dem Obmann Zabihollah Hamidi, sowie am Gholam Reza Amighi (Mitorganisator von Zard Kooh 2007/2008) wurde als kleine Anerkennung für die gute Zusammenarbeit je ein VHO-Buch übergeben.