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Mittwoch, 8. August 2012

Neuland im Fischmeisterloch

Am 07.08.2012 führten Sebastian und Robert Seebacher eine Befahrung des Fischmeisterlochs am Zinken durch. Ziel war es, die zwei Kletterstellen im vorderen Bereich der Höhle mit Handseilen auszubauen. Nachdem die beiden Stellen rasch versichert waren, wurde versucht, einen bewetterten Versturz im hinteren Bereich der Höhle zu öffnen. Dies gelang nach etwa einer Stunde Grabarbeit. Mit Treibkeilen konnten mehrere sperrende Blöcke zerkleinert und aus der nach unten führenden Fortsetzung entfernt werden. Der neu entdeckte Gang führt in Richtung Nordwesten und endete bereits nach 20 m an einem weiteren Versturz. Auch hier kamen die Treibkeile zum Einsatz und eine weitere Kammer wurde entdeckt. Leider endet der Gang hier hoffnungslos verstürzt, bzw. an unschliefbaren Spalten.
Die Vermessung des neuen Ganges erbrachte 34 m, wodurch sich die dokumentierte Gesamtlänge des Fischmiesterlochs auf 748 m erhöhte.

Freitag, 23. Dezember 2011

Forschungen am Zinken – Teil II

Am 16.10.2011 gelang es den schwer auffindbaren, in Latschen versteckten Eingang des zuletzt 1938 bearbeiteten Fischmeisterlochs (1549/4) wieder aufzufinden.
Robert und Sebastian Seebacher konnten am selben Tag 124 m vermessen und einen Großteil der 1938 erkundeten Bereiche bis zu einem Schacht begehen. 

Bei einer weiteren Tour am 05.11.2011 wurden diese Teile schließlich vermessen. Teilnehmer: Peter Jeutter, Robin Jeutter, Robert Seebacher und Sebastian Seebacher.
Hinter einem kurzen Versturzdurchstieg gelangte das Team dann auch in Neuteile, welche noch offene Fortsetzungen aufweisen. Insgesamt wurden bei dieser Tour im Fischmeisterloch 296 m vermessen, wodurch sich eine neue dokumentierte Gesamtlänge auf 420 m erhöhte. Weiters konnten im Zuge dieser Tour in der nahen Höhle im Zinkental (1549/3 a-b) 32 m vermessen und die Verbindung zum Murphy-Schacht hergestellt werden.

Aufgrund der hervorragenden Witterungsverhältnisse war es möglich am 03.12.2011 eine weitere Forschungs- und Vermessungstour in das Fischmeisterloch zu unternehmen. Peter Jeutter und Robert Seebacher stiegen über zwei Schachtstufen (6 m u. 11 m) bis zum Endpunkt von 1938 ab. Dort galt es einen stark bewetterten Versturz zu überwinden. Dies gelang relativ einfach, da die teilweise sehr großen Blöcke nach unten in die geräumige Fortsetzung geworfen werden konnten (Billard-Versturz).

Dahinter setzt sich die Höhle großräumig weiter in die Tiefe fort. Nach einer weiteren Abseilstelle von 10 m und einem steilen Tunnel musste das Team an einer Engstelle umkehren. Dieser Punkt liegt bereits 100 m unter dem Eingang. Zahlreiche noch offene Fortsetzungen blieben vorerst unbearbeitet. Bei dieser Tour konnten insgesamt 295 m, meist großräumige Höhlenteile vermessen werden. Die Gesamtlänge stieg auf 714 m, die Niveaudifferenz erhöhte sich auf +- 114 m.

 Bei einer Oberflächenbegehung am 17. November wurden aussichtsreiche Portale mitten in einer Felswand auf der Zinken-Nordseite gesichtet. Eine Woche später, am 24. November erfolgte die Erforschung und Vermessung der Höhle durch Robert Seebacher. Der Zustieg erfolgte von der Sill-Alm in etwa 1,5 Stunden zu einem ebenen Platz oberhalb der rund 70 m hohen Felswand. Über eine 20 m hohe Abseilfahrt war es schließlich möglich relativ einfach zu den Eingängen zu gelangen. Leider stellte sich heraus, dass es sich um keine größere Höhle handelt. Die Erforschung und Vermessung konnte an diesem Tag abgeschlossen werden. Die Höhle, welche Gamsveranda (1549/29 a-c) getauft wurde hat drei Eingänge und ist insgesamt 22 m lang. Besonders lohnend war jedoch die grandiose Aussicht auf Bad Aussee und das Tote Gebirge.

Dienstag, 29. November 2011

Forschungen am Zinken - Teil I

Zwei Vermessungstouren wurden in die südlich der Mitteralm gelegenen Eishöhle in der Wiesen (1549/13) durchgeführt.


Bei der Vermessungstour am 10.11.2011 konnte die Verlängerung der Hauptganges durch die Schachtquerung am Kessel erreicht werden. Der Gangansatz endete nach einigen Metern an einem Versturz. Vereinzelt zieren kleine Stalagtiten diesen Höhenteil. Weiters konnte ein Bypass des Hauptgangs entdeckt und vermessen werden.
Der Bypass beginnt an einem 7 m Schacht am Ende des Eisganges führt über einen sehr kleinen Tunnel zurück zum Kessel – durch ein Fenster kann der Schacht eingesehen werden – der Gang endet verlehmt. Durch den Zurückgang des Höhleneises waren weitere Seitenpassagen zugänglich und konnten vermessen werden. Insgesamt wurden bei dieser Tour 192,9 m vermessen.
Teilnehmer Hans Putz, Robert Seebacher u. Ernest Geyer.

Am 20.11.2011 wurden die eingangsnahen Gangpassagen vermessen unteranderem auch der nordöstliche Gangansatz. Dieser Gang endet verstürzt – auch hier konnte ein Eisrückgang festgestellt werden. Es wurden 74 m vermessen.
Teilnehmer: Heidrun Andre, Robert Seebacher, Ernest Geyer.
Die Länge der Eishöhle in der Wiesen erhöht sich auf 457 m bei unveränderter Niv. Div. von -59 m.


Im Anschluss wurde das Gebiet nördlich der Mitteralm nach bereits bekannten Höhlen abgesucht – die Höhlensuche gestaltete sich durch die Bewaldung (Sturmschäden) schwierig und war nicht erfolgreich. Es konnte dabei jedoch eine neue Höhle entdeckt werden. Die sog. Drei-Meister-Höhle (1549/30) wurde auf eine Länge von 38 m bei eine Niv. Diff. vom -23,2 m vermessen. Erst durch das Freiräumen eines Versturzes konnten tiefere Höhlenteile erreicht werden. Eine weitere ca. 6 m tiefe Schachtstufe sowie die deutliche Bewetterung läßt Neuland erwarten.

Mittwoch, 14. April 2010

Auf historischen Pfaden – Die Höhle im Zinkental

Im unwegsamen Gelände an der Ostseite des 1854 m hohen Zinkenkogels (Nordöstliches Dachsteinplateau) wurden im Jahre 1938 von unseren Vorgängern zwei bedeutende Höhlen bearbeitet. Hierbei handelt es sich um vorwiegend horizontal entwickelte Gangpassagen, mit jeweils unerforschten Schächten an deren Ende.

Am 10.04.2010 stiegen Marcel und Peter Jeutter, sowie Robert Seebacher mit Tourenschi zum Zinken auf, um diese Höhlen weiter zu erforschen, bzw. neu zu vermessen.
Mit freundlicher Genehmigung der ÖBF durften wir mit dem PKW bis zur Gsprang-Alm hinauffahren. Von dort ausgehend nahm der Zustieg aber dennoch fast 2 Stunden in Anspruch. Das Gebiet, in dem die Höhlen liegen wurde dann auch rasch gefunden. Leider war es aber auch nach längerem Suchen nicht möglich die Eingänge zu den beiden Objekten (Höhle im Zinkental und Fischmeiseterloch) zu finden.

Etwas oberhalb fanden wir aber einen beeindruckenden, bisher unerforschten, von den Altforschern aber erwähnten Schacht.
Da die Horizontaleingänge zu den Höhlen wohl durch Schnee verschlossen waren, entschlossen wir uns nun diesen Schacht zu erforschen.
Nachdem die Digitalkamera streikte, der Laser-Distanzmesser kurz ausfiel und nun auch noch der Akku des Bohrhammers offensichtlich leer heraufgeschleppt wurde, beschlossen wir den Schacht „Murphy-Schacht“ zu nennen.

Nach einem per Hand gesetzten Spit (gut dass man das auch noch kann) ging es aber zügig durch den 23 m tiefen Einstiegsschacht nach unten. Einem Schräggang folgte ein weiterer 7 m tiefer Schachtabstieg. Bald standen wir am Boden einer kleinen Halle mit schönen Eisfiguren. Dort fanden wir eine aus Steinen errichtete Markierung, die uns zeigte, dass wir wohl von oben in die gesuchte Horizontalhöhle gelangt waren. Tatsächlich führt die Höhle von hier vollkommen horizontal, mit schönen phreatischen Profilen und deutlich bewettert in Richtung Norden. Leider war es aber bald an einer aus Eis gebildeten Engstelle für uns aus und wir konnten die weiterführenden Höhlenteile, bzw. den Eingang nicht erreichen.

Dennoch konnten wir bei dieser Tour 120 m neue Höhlenteile vermessen und den Murphy-Schacht auf Anhieb mit der Höhle im Zinkental (1549/3) verbinden.
Sobald der Schnee geschmolzen ist, werden wir die Forschungen in diesem interessanten Objekt fortsetzen.