Samstag, 23. Juli 2011

Neuland in der Unteren Brettstein Bärenhöhle

Trotz starken Regens unternahmen Robert und Sebastian Seebacher am 22. Juli 2011 eine Forschungstour in die Untere Brettstein Bärenhöhle. Dieses Objekt wurde in den 1990er-Jahren durch den VHO intensiv bearbeitet und auf rund 4,5 km Gesamtganglänge vermessen. Dennoch blieben zahlreiche Fortsetzungen unbearbeitet, welche gute Möglichkeiten für weitere Forschungen bieten.
Da die Höhle weitgehend ohne Seiltechnik befahrbar ist, ist sie bestens geeignet, um auch jungen Nachwuchsforschern die moderne Höhlendokumentation möglichst gefahrlos näherzubringen.
Der etwa einstündige Zustieg zum Eingang erfolgte im strömenden Regen über die Plankerau-Alm. Die Nässe des Zustiegs war aber in den weitgehend trockenen, schönen Gängen der Bärenhöhle bald vergessen. Der Weg führte vom Eingang „Blasloch“ über den schön dekorierten Verbindungsgang in die nordwestlichsten Höhlenteile.
Dort konnten zwei Fortsetzungen weiter erforscht werden. Leider endeten beide Gänge bereits nach wenigen Metern. Im Bereich des Verbindungsganges hatte das Team aber bei der nächsten offenen Fortsetzung mehr Glück. Ein schöner deutlich bewetterter Gang führt von dort in Richtung Süden. Nach 35 m endet der Gang an einem Versturz. Etwa 10 m davor war es aber möglich, weiter in Richtung Süden vorzudringen. Der steil abfallende Gang ist 1-3 m breit und 2-6 m hoch. Er weist für die Höhle typische, schöne gotische Profile auf.
Nach etwa 90 m knickt der Gang in Richtung Südosten ab und wird deutlich kleinräumiger. Schöne Sinterröhrchen und mehrere bis zu 60 cm hohe, weiße Stalagmiten zieren diesen Teil.

Nach insgesamt 130 m verengt sich der Gang, der Milchstraße genannt wurde, noch weiter zu einem stark bewetterten Schluf. Die Joghurtquetsche, eine mit feuchter Bergmilch ausgekleidete Engstelle, führt schließlich wieder in großräumige Höhlenteile. Hier wurde die Vermessung an einer Ganggabelung abgebrochen. Beide Fortsetzungen führen geräumig weiter und bieten gute Ansatzpunkte für weitere Forschungen. 
Insgesamt erbrachte die Forschungstour 196 m Neuland, wodurch sich die vermessene Gesamtlänge der Unteren Brettstein Bärenhöhle auf 4.689 m erhöhte.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Höhlenrettungs-Ausbildung auf der Tauplitzalm

Von 01.-03. Juli 2011 fand auf der Tauplitzalm die Höhlenrettungs-Ausbildung des Steirischen Landesverbandes statt.

Geübt wurde in verschiedenen Höhlen am Tauplitzalm-Plateau und an Stationen im Freien.
Neben Höhlenrettungs-Techniken standen auch Erste Hilfe und Raumerweiterunstechniken auf dem Programm. Insgesamt nahmen 30 Höhlenretter an der Ausbildung teil.

Die Einsatzstelle Bad Mitterndorf, welche diese Ausbildung plante und leitete war mit insgesamt 7 Personen an der Übung beteiligt.

Teilnehmer der Est. Bad Mitterndorf: Heidrun ANDRÉ, Peter JEUTTER, Christoph LECHNER, Rudolf RIESEMANN, Franz SCHMIDT, Robert SEEBACHER und Hans STIEG.

Freitag, 25. März 2011

DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem wächst weiter.

In der Zeit von 14. bis 17. März 2011 wurden die Forschungen im Höhlenteil Ozonloch, des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems fortgesetzt.

An der insgesamt 71-stündigen Biwaktour beteiligten sich diesmal Heidrun André, Lukas Plan und Robert Seebacher.

Am ersten Tag erfolgte der etwa zweistündige Aufstieg zum Eingang mittels Tourenschi. Anschließend hieß es mit dem umfangreichen Material bis zum Biwak in 462 m Tiefe abzusteigen. Der bestehende Schlafplatz musste etwas umgestaltet werden, da dieser für drei Personen nicht groß genug war. Dies gelang ohne nennenswerte Schwierigkeiten und einer ersten geruhsamen Biwaknacht stand nichts mehr im Wege.

Am nächsten Morgen stieg das Team bis zum Traglbach (-580 m) ab. Dort beginnt ein langer, ansteigender und teilweise sehr beschwerlicher Weg unter das Große Tragl hinein. Ziel der Tour war ein unerforschter Schlot am Ende des Gangverlaufes in einer Tiefe von rund 450 m. Vom Biwak bis dorthin dauert der Zustieg etwa 2 Stunden.


Der Schlot wurde bereits im Jänner 2008 bis auf eine Höhe von ca. 30 m erklettert. Nun wurde mittels Akku-Bohrhammer eine weitere, 26 m hohe, stark verlehmte Wandpartie bezwungen. Oberhalb gelang es einen horizontalen, in Richtung Nordosten ziehenden Gang zu entdecken. Jedoch stoppte nach wenigen Metern ein weiteres Hindernis den Vorstoß - diesmal eine Schachtquerung. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, entschloss man sich, dort am nächsten Tag weiterzumachen und beim Rückweg ins Biwak noch einige Reststrecken zu vermessen.
Am zweiten Forschungstag war die Schachtquerung dann schnell überwunden und das Team gelangte in die deutlich bewetterte Fortsetzung des Ganges. Dieser konnte etwa 150 m in Richtung NO, bis zu einem großen Schlot verfolgt werden. Auch in diesem Schlot gelang es mit Hilfe des Akku-Bohrhammers etwa 30 m bis zu einem Zwischenboden aufzusteigen. Leider führt die senkrechte Passage von dort noch mindestens 10 m weiter nach oben und die Forschung musste an dieser Stelle wegen Seilmangels abgebrochen werden. Der erreichte Endpunkt liegt bereits in einer Tiefe von „nur“ noch 386 m. Hier konnten zwei Fledermausskelette entdeckt werden, wovon eines aufgesammelt und gemeinsam mit weiteren Proben zur Bestimmung ans Naturhistorische Museum Wien übermittelt wurde.
Mehrere noch offene Fortsetzungen in diesem Bereich, lassen weiter hoffen, hier noch tiefer in Richtung Zentralplateau des Toten Gebirges vordringen zu können.

Diese Forschungsfahrt erbrachte insgesamt 465 m Neuland, wodurch die vermessene Gesamtlänge des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems auf 23.159 m anwuchs. Die Horizontalerstreckung des Systems erhöhte sich geringfügig auf 1.623 m.

Sonntag, 9. Januar 2011

Neujahrstour ins Ozonloch (DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem)

Von 01. bis 04. Jänner 2011 unternehmen Peter Jeutter und Robert Seebacher eine 69-stündige Biwaktour ins DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem. Eingestiegen wurde durch das auf einer Seehöhe von 1995 m gelegenen Ozonloch, welches momentan den höchsten Eingang des Höhlensystems darstellt. 
Aufgrund der geringen Schneelage musste der Eingang nicht ausgeschaufelt werden und so gestaltete sich der Weg ins Biwak reibungslos und ohne nennenswerte Verzögerungen.  
Dennoch mussten bis zum Biwak, welches in einer Tiefe von 460 m liegt insgesamt 22 Schachtstufen und mehrere Engstellen überwunden werden.
Aufgrund der extremen Trockenheit, verursacht durch den bisher sehr kalten Winter, entschlossen wir uns spontan einen kleinen Tiefenvorstoß durchzuführen. Am bisherigen tiefsten Punkt des Ozonlochs bei -591 m verschwindet der Traglbach in einem unerforschten Schachtsystem. Der Bach weist meist eine sehr hohe Schüttung auf, welche im Frühjahr und Sommer in den 100 l-Bereich anschwellen kann. Aus diesem Grund ist die Befahrung dieses Höhlenteiles meist gar nicht möglich und lebensgefährlich.

Da sich nun aber ideale Verhältnisse boten, stieg man am nächsten Morgen zum Traglbach ab, um dessen Lauf weiter in die Tiefe zu verfolgen.
Der anfangs eher kleinräumige Canyon wird bald größer und weitet sich zu einer eindrucksvollen Folge von bis zu 20 m hohen Wasserfallstufen. Obwohl eine Schüttung von weniger als 1 l/s herrschte war es mehrmals schwierig dem Wasser vollkommen auszuweichen. In einer Tiefe von 650 m war dann das mitgebrachte Seil zu Ende. Unter Zuhilfenahme der Steigschlingen und der Sicherungsschlingen war es dann noch möglich eine kurze glatte Felsstufe zu überwinden.
Darunter gelangten die beiden durch einen horizontalen, blankpolierten Canyon zum Ansatz eines mächtigen Schachtes. Dieser Punkt liegt bereits 661 m unter dem Eingang. Der Schacht, welcher Silberschacht genannt wurde, ist mindestens 30 m tief und hat einen Durchmesser von 8 m.

Nachdem wir alle Seile wieder ausgebaut und bis 590 m Tiefe aufgestiegen waren vermaßen wir noch einen dort ansetzenden, kleinen Seitengang. Dieser führte in einen herrlich mit schneeweißem Sinter und Exentriques geschmückten Raum, die Schatzkammer. Dabei handelt es sich um den bisher am schönsten mit Sinter geschmückten Höhlenteil des gesamten DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems.
Nach einer ausgiebigen Fotodokumentation dieses herrlichen Teiles stieg man zufrieden und müde wieder bis ins Biwak auf.
Am zweiten Forschungstag ging es dann nochmals hinunter auf -530 m, wo eine schon lang bekannte, engräumige, jedoch stark bewetterte Fortsetzung auf ihre Erforschung wartete.
Hier gelang es über ein kleinräumiges Überführungsrohr in einen Gang mit etwa 2 m Durchmesser zu gelangen. Nach einem 16 m tiefen Abstieg und einer Schachtquerung konnte hier eine Verbindung zum Traglbachsystem im Bereich des Unbegehbaren Gangs hergestellt werden.
Vor der Querung führt ein schöner phreatischer Gang mit durchschnittlich 3 m Durchmesser weitere 100 m in Richtung Süden. Dort musste an einer kleinen Kletterstelle, welche ohne Seil nicht mehr überwindbar war umgekehrt werden.
Insgesamt erbrachte diese erfolgreiche Forschungstour 457 m Neuland, wodurch die vermessene Gesamtlänge des DÖF-Sonneleiter-Höhlensystems auf 22.694 m anwuchs. Zahlreiche interessante Fortsetzungen bieten noch weiteres Forschungspotenzial in diesem Höhenbereich.
Für logistische Unterstützung bei der An- und Abreise sei an dieser Stelle besonders der Tauplitz-Alpenstraßen-GmbH & Co KG und Hans Stieg gedankt.

Freitag, 31. Dezember 2010

Weitere Arbeiten im Zuge des Projektes Tauplitzalm

Im Dezember 2010 wurden die Tätigkeiten im Zuge des Forschungsprojektes Taupliltzalm fortgesetzt. Dabei war es möglich, Arbeiten in zwei verschiedenen Höhlen durchzuführen und insgesamt 190 m an Höhlenteilen zu vermessen.
Am 19. Dezember erfolgte eine Neuvermessung der altbekannten Teile der Hemernbodenhöhle. Hier musste die Vermessung aufgrund des eisigen einwärts gerichteten Luftzuges jedoch nach einiger Zeit abgebrochen werden. Dennoch war es möglich 73 m zu vermessen. Die neu vermessene Gesamtlänge der Hemernbodenhöhle beträgt momentan 92 m. Teilnehmer: Heidrun André und Robert Seebacher.
Eine weitere Vermessungs- und Forschungstour unternahmen Heidrun André, Franz Schmidt und Robert Seebacher am 28. Dezember. Ziel war diesmal das Wetterloch am Kriemandl, eine rund 70 m Tiefe Schachthöhle, in den 1983 ein Schifahrer tödlich abgestürzt war.

Der Schacht ist im Winter stark auswärts bewettert und somit ständig Schneefrei. Aus diesem Grund wurde der Schachtmund auch kurz nach dem Unfall mit einem massiven Gitter abgesichert.

Der Zustieg zum auf knapp 1800 m Seehöhe gelegenen Eingang erfolgte mit der neuen Mitterstein-Seilbahn. Von der Bergstation brachte uns eine etwa 10-minütige Abfahrt mit den Schiern direkt zum Schachtmund.
Ein großer Teil des Gitters war schneefrei und es schlugen uns lauwarme Nebelschwaden aus dem Schacht entgegen. Das Wetterloch machte seinem Namen alle Ehre. Da von der Höhle keine Messdaten und auch kein brauchbarer Plan existiert wurde gleich beim Eingang mit der Vermessung begonnen. Der Einstiegsschacht ist 63 m tief und nur bei der Hälfte von einer kleinen Stufe unterbrochen. Darunter gelangt man über eine 30m hohe, frei hängende Abseilfahrt in einen 10 x 20 m messenden Dom.
Hauptziel der Tour war die Untersuchung eines sehr stark bewetterten Versturzes unter dem Dom. Leider gelang es vorerst nicht, das sperrende Hindernis zu überwinden.
Der überaus starke Luftzug deutet jedoch auf ausgedehntes Neuland hinter dieser Verbruchzone hin.

Samstag, 20. November 2010

Weißenbach-Höhlenprojekt - neue Höhlen zwischen Predigtstuhl und Torkoppen entdeckt.

Im Zuge des Weißenbach-Höhlenprojekts wurde von Hans Putz und Ernest Geyer das Gebiet zwischen dem Predigtstuhl und dem Torkoppen in mehreren Touren auf Höhlen untersucht. Das Gebiet östlich der Predigstuhls ist großteils mit Latschen bedeckt – durch die Auswertung von Satellitenbildern konnten mögliche Schachteingänge entdeckt und gezielt aufgesucht werden. Zur Orientierungshilfe im Latschenlabyrint haben sich die Satellitenbilder sehr bewährt.

Insgesamt konnten in diesem Gebiet bis jetzt neun neue Höhlen dokumentiert werden:

1634/143 Predigtstuhl-Höhle; Länge: 62,8 m; Niv. Diff: 37,6 m (+18,1 m, -19,5 m)

1634/144 Zukunftsschacht; Länge: 48,1 m; Niv. Diff: -43,2 m

1634/145 Überdrüber-Schacht; Länge: 10,2 m; Niv. Diff: -6,7 m

1634/146 Predigtstuhl-Kluft; Länge: 24,3 m; Niv. Diff: 10 m (+0,6 m, -9,4 m)

1634/147 Predigtstuhl-Schacht; Länge: 33,9 m; Niv. Diff: -21,8 m

1634/148 Kl. Torkoppenschacht; Länge: 16,7 m; Niv. Diff: -13,5 m

1634/149 Kl. Schattenris’n-Schacht; Länge: 17,2 m; Niv. Diff: -13,2 m

1634/150 Schattenris’n-Höhle; Länge: 219,7 m; Niv. Diff: 63,4 m (+4,8 m, -58,6 m)

1634/151 Kl. Eisschacht; Länge: 20,1 m; Niv. Diff: 12,7 m (+3,2 m, -9,5 m)

Bei den vermessenen Höhlen handelt es sich durchwegs um Schächte, wobei die Predigtstuhl-Höhle und die Schattenris’n-Höhle auch horizontale Gangansätze haben. Der Predigtstuhl-Schacht und der Zukunftsschacht besitzen noch Schachtfortsetzungen, die nur über Engstellen erreichbar sind. Die Schattenris’n-Höhle ist zurzeit das größte Objekt in diesem Bereich der Hochangern - in unmittelbarer Nähe befinden sich auch größere Höhlen z.B. der GRUB-Schacht-109 (1634/109) und der Hoffnungsschacht (1634/115) - eine Verbindungsmöglichkeit ist nicht auszuschließen, da die Höhle stark bewettert ist. Am 23. 10. 2010 wurde von Franz Schmidt und Ernest Geyer begonnen die Schachtfortsetzungen in dieser Höhle zu vermessen. Der Schacht, der den Steinbrückengang unterbricht, konnte bis in eine Tiefe von 61 m vermessen werden und endet unschliefbar. Der zweite Schacht konnte bis in eine Tiefe von 39 m vermessen werden. Es gibt zwei Schachtfortsetzungen, die weiter in die Tiefe führen sowie eine Fortsetzung des Horizontalganges - eine 7 m lange Schachtquerung ist hier jedoch erforderlich.  
In der Umgebung der Schattenris’n-Höhle wurden bereits weitere Schächte mit Tiefen von über 10 m vorgefunden, die jedoch noch nicht aufgenommen wurden.


Höhlenforschertreffen "Casola2010" in Italien

Von 29.10. bis 01.11.2010 fand das internationale Höhlenforschertreffen Casola2010 im Rahmen der italienischen Verbandstagung im kleinen Ort Casola Valsenio in der Nähe von Imola statt.
Die Veranstaltung war mit mehr als 2500 registrierten Höhlenforschern wieder bestens besucht.
Der VHO war auch in diesem Jahr wieder mit einem Verkaufsstand in der Speleobar vertreten. Es wurden Bier, Gulasch-Suppe, Apfelstrudel und Sacher-Torte angeboten.
Auf diesem Weg ist es für den Verein möglich, ein kleines „Zubrot“ zu verdienen und die Vereinskasse etwas aufzubessern.
Das Rahmenprogramm mit Vorträgen, Exkursionen und Ausstellungen war wie gewohnt von sehr hohem Niveau.
Die gelungene Veranstaltung, mit der allabendlichen Riesenparty in der Speleobar ist allemal eine Reise nach Italien wert.

Samstag, 23. Oktober 2010

Wasserhöhle Kugelmühle wieder zugänglich

Die periodisch aktive Wasserhöhle Kugelmühle (Altaussee) wurde 1993 entdeckt und auf eine Länge von knapp 200 m bei einer Tiefe von 91 m erforscht und vermessen. Ein Jahr später stürzte bei einem Hochwasserereignis eine große Menge Schutt und Blockwerk in einen 4 m tiefen Schacht und blockierte diesen seit dem vollkommen.
Am 22.10.2010 gingen Heidrun André und Robert Seebacher daran, das Hindernis zu beseitigen. Dies gelang relativ rasch mit Hilfe einer Benzin-Bohrmaschine und Treibkeilen.
Anschließend wurden die bis zu 29 m tiefen Schachtstufen eingerichtet und bis zum bisher tiefsten Punkt der Höhle abgestiegen. Dies war ein Siphon, 88 m unter dem Eingang. Aufgrund der trockenen Witterung wurde dieser am Grund eines Schachtes befindliche Wasserspiegel nun um weitere 5 m tiefer angetroffen.
Es ist jetzt eine 10 m tiefe Abseilstelle zu überwinden um den 4 x 5 m großen Siphonsee zu erreichen. Der Wasserspiegel des kristallklaren Höhlensees liegt 93 m unter dem Eingang, wodurch sich die Niveaudifferenz der Höhle auf 95 m erhöhte.
Nur zwei Meter unter der Wasseroberfläche scheint der Schacht in einen großen Höhlenraum zu münden. An allen Seiten kann keine Raumbegrenzung eingesehen werden. Eine Lotung ergab eine Wassertiefe von mindestens 20 m, wobei kein Grund erreicht werden konnte. Möglicherweise handelt es sich hier bereits um den Schwarzmooskogel-Aquifer, welcher unter der Kugelmühle hindurch zum Altausseer See und zur nur 200 m entfernt gelegenen Lager-Höhle entwässert.
Ein Tauchgang in diesem tollen Siphon wäre also sehr interessant. Ein ernsthaftes Problem stellt jedoch der schwierige und teilweise sehr enge Zustieg dar.

Neuland in der Hemmernbodenhöhle (Tauplitzalm)

Im Rahmen des Forschungsprojektes Tauplitzalm, wurden in diesem Jahr bereits mehrere Touren in die seit den 1970er-Jahren bekannte Hemmernbodenhöhle unternommen. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Höhle zeitweise sehr stark bewettert ist und somit einen potentiellen Zustieg zur gesuchten Tauplitzhöhle darstellen könnte.
Mit Treibkeilen gelang es Ende September einen Klemmblock aus einer Engstelle zu entfernen. Dahinter konnte dann etwa 25 m weit bis zu einem weiteren sperrenden Block vorgedrungen werden. Am 21.10.2010 gingen Heidrun André, sowie Robert und Sebastian Seebacher daran, dieses Hindernis zu überwinden. Da der relativ große Block sehr brüchig war, gelang es rasch diesen zu zerlegen und weiter vorzudringen. Leider stoppte nach nur wenigen Metern ein neuerliches Hindernis den Vorstoß - diesmal ein Lehmsiphon.
Vorerst gelang es nicht das neuerliche Hindernis zu überwinden, da auch hier ein großer massiver Felsblock den Weg versperrt. Die kräftige Wetterführung lässt aber weiters hoffen.