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Sonntag, 11. Oktober 2015

Neuland im Traumschacht

Der bereits im Jahr 1998 im Zuge eines Forscherlagers auf dem Brettstein entdeckte und im selben Jahr auf über 400 m Länge vermessene Traumschacht war Anfang August 2015 erneut Ziel einer Unternehmung.

Herrlicher Blick vom Brettstein zum Dachstein. Foto: R. Seebacher

Bei ausgezeichneten Witterungsbedingungen stiegen Robert und Sebastian Seebacher schwer bepackt in rund 1,5 Stunden zum Schachteingang auf. Vom Eingang weg, mussten sämtliche Seile und Verankerungen neu eingebaut werden.

Sebastian Seebacher beim Abstieg durch den 40 m tiefen Einstiegsschacht. Foto: R. Seebacher
Nur ein kleiner Durchschlupf durch den Schneepfropfen konnte freigelegt werden. Foto: R. Seebacher
Am Grund des 40 m tiefen Einstiegsschachtes war es notwendig, einen Schneepfropfen zu überwinden. Nur mit Mühe konnte ein kleiner, senkrechter Durchschlupf freigelegt werden. Darunter war die Höhle aber weitgehend schneefrei, wodurch ein kleiner Durchgang in die erste Halle befahrbar wurde und man sich einen kleinen Schachtabstieg sparen konnte.
Nach der Halle führt die Höhle durch sehr kleinräumige Röhrengänge zu einem 30 m tiefen Schrägschacht. An dessen Grund besitzt der Traumschacht ausgedehnte Horizontalteile, die steil ansteigend bis zu einem Versturz, nahe an die Oberfläche heranreichen.

Engräumige Röhren und Canyons prägen den Mittelteil der Höhle. Foto: R. Seebacher 
Sebastian beim Einstieg in den 30 m-Schrägschacht. Foto: R. Seebacher
Das Ziel unserer Tour war aber die Erforschung eines weiteren Schachtes am tiefsten Punkt der Höhle. In diesem mindestens 50 m tiefen Schacht konnte im Zuge dieser Tour bis auf einen Zwischenboden in insgesamt 126 m Tiefe abgestiegen werden. Hier konnte aufgrund von Zeit- und Materialmangel nicht mehr weiter abgestiegen werden, wodurch die weitere Erforschung dieses interessanten Höhlenteiles an einem späteren Zeitpunkt erfolgt.

Die vermessene Gesamtlänge des Traumschachtes erhöhte sich durch diese Tour auf 466 m bei einer aktuellen Tiefe von 126 m.

Donnerstag, 22. August 2013

Untere Brettstein Bärenhöhle wird wieder länger

Am 24.07.2013 konnte eine weitere Forschungs- und Vermessungstour in die Untere Brettstein Bärenhöhle (1625/33) unternommen werden. Zuvor gelang es 2011 nach einer längeren Forschungspause in mehreren Touren 630 m Neuland zu vermessen. Bei der letzen Unternehmung musste aus Zeitmangel in einem mehrere Meter hohen, bewetterten Gang der Vorstoß abgebrochen werden.
Nun stiegen bei ausgezeichneten Witterungsbedingungen Robert und Sebastian Seebacher erneut zur Höhle auf.

Der Forschungsendpunkt war vom Eingang etwa nach einer Stunde erreicht. Sogleich begann man mit der Vermessung des etwa 3-4 m breiten und bis zu 7 m hohen, in Richtung Osten ziehenden Ganges. Hinter einer schön versinterten Halle endet der Gang aber leider nach etwa 80 m an einem unüberwindbaren Versturz. Wenig Meter davor gelang es aber durch eine niedrige und unübersichtliche Verbruchzone in weiterführende Gänge zu gelangen. Diese enden jedoch ebenfalls an einem Versturz bzw. an einem Lehmsiphon. Die Auswertung der Messdaten ergab, dass der angetroffene, stark bewetterte Versturz nur noch wenige Meter von anderen Teilen der Brettsteinhöhle entfernt liegt.

Eine noch unerforschte Fortsetzung in Richtung Osten konnte nicht mehr untersucht werden und bietet somit noch eine Möglichkeit auf weiteres Neuland. Ansonsten gilt dieser Bereich der Unteren Brettstein Bärenhöhle als weitgehend erforscht.

Insgesamt erbrachte die Forschungstour 181 m Neuland, wodurch sich die vermessene Gesamtlänge der Unteren Brettstein Bärenhöhle auf 5.304 m erhöhte.

Donnerstag, 4. August 2011

Neue Riesenhöhle im Toten Gebirge

Am 31.07.2011 erfolgte eine weitere Forschungstour in die Untere Brettstein Bärenhöhle. Die Teilnehmer waren erneut Robert und Sebastian Seebacher.
Ziel der Tour war es, die hinter der stark bewetterten Engstelle „Joghurtquetsche“ gelegenen weiterführenden Gänge zu erforschen.
Bereits vor der Engstelle wurden zwei kurze Seitenäste aufgearbeitet. Diese endeten jedoch schon nach wenigen Metern.
Die Hauptfortsetzung erwies sich hingegen als ausgesprochen ergiebig.
Nach einem vorerst eher kleinräumigen Teil, gelang es in die 20 m lange Kalzithalle zu gelangen. Von dort musste in Richtung Nordwesten in einem aufwärts führenden, stark bewetterten Canyon, an einer Kletterstelle umgekehrt werden.
Ein von der Halle nach Südosten führender Gang endete nach rund 50 m an einer bewetterten Engstelle. Hier ist es vermutlich möglich durch Ausgraben noch weiteres Neuland zu entdecken.
Ein von der Halle in Richtung Südwesten führender, stark bewetterter, 2 m hoher und 1 m breiter Gang führte die Forscher schließlich in einen 5-7 m hohen und 2-4 m breiten Gang. Diese großartige Passage konnte 30 m in Richtung Nordwesten und 60 m in Richtung Südosten erforscht werden. Im Nordwesten endet der Gang an einem Lehmsiphon. In Richtung Südosten wurde hingegen auf offener Strecke im großräumigen Gang wegen Zeitmangels umgekehrt.
Es gelang bei dieser 7,5-stündigen, sehr erfolgreichen Forschungstour 332 m Neuland zu vermessen. Dadurch erhöhte sich die Gesamtlänge der Unteren Brettstein Bärenhöhle auf 5.022 m.
Das Tote Gebirge ist nun also um eine Riesenhöhle reicher.


Samstag, 23. Juli 2011

Neuland in der Unteren Brettstein Bärenhöhle

Trotz starken Regens unternahmen Robert und Sebastian Seebacher am 22. Juli 2011 eine Forschungstour in die Untere Brettstein Bärenhöhle. Dieses Objekt wurde in den 1990er-Jahren durch den VHO intensiv bearbeitet und auf rund 4,5 km Gesamtganglänge vermessen. Dennoch blieben zahlreiche Fortsetzungen unbearbeitet, welche gute Möglichkeiten für weitere Forschungen bieten.
Da die Höhle weitgehend ohne Seiltechnik befahrbar ist, ist sie bestens geeignet, um auch jungen Nachwuchsforschern die moderne Höhlendokumentation möglichst gefahrlos näherzubringen.
Der etwa einstündige Zustieg zum Eingang erfolgte im strömenden Regen über die Plankerau-Alm. Die Nässe des Zustiegs war aber in den weitgehend trockenen, schönen Gängen der Bärenhöhle bald vergessen. Der Weg führte vom Eingang „Blasloch“ über den schön dekorierten Verbindungsgang in die nordwestlichsten Höhlenteile.
Dort konnten zwei Fortsetzungen weiter erforscht werden. Leider endeten beide Gänge bereits nach wenigen Metern. Im Bereich des Verbindungsganges hatte das Team aber bei der nächsten offenen Fortsetzung mehr Glück. Ein schöner deutlich bewetterter Gang führt von dort in Richtung Süden. Nach 35 m endet der Gang an einem Versturz. Etwa 10 m davor war es aber möglich, weiter in Richtung Süden vorzudringen. Der steil abfallende Gang ist 1-3 m breit und 2-6 m hoch. Er weist für die Höhle typische, schöne gotische Profile auf.
Nach etwa 90 m knickt der Gang in Richtung Südosten ab und wird deutlich kleinräumiger. Schöne Sinterröhrchen und mehrere bis zu 60 cm hohe, weiße Stalagmiten zieren diesen Teil.

Nach insgesamt 130 m verengt sich der Gang, der Milchstraße genannt wurde, noch weiter zu einem stark bewetterten Schluf. Die Joghurtquetsche, eine mit feuchter Bergmilch ausgekleidete Engstelle, führt schließlich wieder in großräumige Höhlenteile. Hier wurde die Vermessung an einer Ganggabelung abgebrochen. Beide Fortsetzungen führen geräumig weiter und bieten gute Ansatzpunkte für weitere Forschungen. 
Insgesamt erbrachte die Forschungstour 196 m Neuland, wodurch sich die vermessene Gesamtlänge der Unteren Brettstein Bärenhöhle auf 4.689 m erhöhte.