Montag, 4. November 2019

Ruf der Tiefe - sehr erfolgreiche Forschungstour in die Wildbaderhöhle.

Von 24. bis 27. Oktober 2019 unternahmen Heidrun André, Andreas Glitzner, Christoph Peer und Robert Seebacher (VHO) eine insgesamt 68-stündige Forschungstour in die Wildbaderhöhle. Ziel der Aktion war es die Riesengänge an der Basis des Tiefensystems, rund 870 m unter dem Eingang zu vermessen, sowie nach möglichen Fortsetzungen abzusuchen. Sollten keine weiterführenden Höhlenteile gefunden werden, würde mit dem Ausbau der Seile aus den Schachtsystemen begonnen werden.
Aufstieg von der Ödernalm bei herrlichem Herbstwetter. Foto: R. Seebacher
Die Witterungsbedingungen waren nahezu ideal, hatte es doch bereits seit etwa 10 Tagen nicht mehr geregnet. Lediglich die ungewöhnlich warmen Temperaturen ließen die vorhandenen kleinen Restschneefelder tagsüber etwas abtauen. Dadurch war in der Tiefe mit einer geringfügig erhöhten Schüttung zu rechnen.
Der Aufstieg von der Ödernalm (SH 1200 m) zur Schutzhöhle am Hochweiß (SH 2040 m) dauerte aufgrund der schweren Rucksäcke etwa drei Stunden. Dort machte sich das Team für die nahe gelegene Höhle startbereit. Der Einstieg erfolgte dann um 19:00 Uhr. Der Weg durch die großen, bis zu 150 m tiefen Schächte gestaltete sich problemlos und so konnte das in 350 m Tiefe gelegene Biwak in rund zwei Stunden erreicht werden. Die oberen Höhlenteile bis etwa -150 m waren sehr trocken, am Ansatz des Tiefensystems konnte man den Höhlenbach aber ziemlich kräftig rauschen hören.
Im über 150 m tiefen Germanenschacht. Foto: R. Seebacher
Nach einem ausgiebigen Frühstück und Zusammenpacken der Ausrüstung begann am nächsten Tag der lange Abstieg durch das über 500 m tiefe Schachtsystem. Der Bach hatte bei -350 m eine Schüttung von etwa 1 l/s, wobei sich die Wassermenge durch diverse Zuflüsse bis in 870 m Tiefe auf rund 5 l/s steigerte. In den besonders nassen Schächten zwischen -560 m und -710 m fanden daher Regenoveralls Verwendung, die zusätzlich über dem Schlaz getragen wurden. So gelang es nahezu trocken nach über 4 Stunden den großen, fossilen Gang in 870 m Tiefe zu erreichen. Sämtliche Seile in den nassen Schächten waren bei der letzen Tour aufgezogen worden und mussten nun wieder eingebaut werden.
In der Rue du S.A.C. ca. 880 m unter dem Eingang. Foto: R. Seebacher
Während Heidi und Robert mit der Vermessung und Fotodokumentation der großen Gangpassagen begannen, suchten Andreas und Christoph nach möglichen Fortsetzungen. Dabei gelang es bei -870 m einen kurzen, verblockten Schluf freizulegen. Dieser mündet in die „Verborgenen Gänge“, welche wiederum zum oberhalb verschwundenen Höhlenbach führen. Die so genannte „Offenbarung“, ein mit kleineren Schachtstufen unterbrochener, stark wasserführender Canyon konnte hier weiter in die Tiefe verfolgt werden. In einer Gesamttiefe von 916 m musste an einem mindestens 33 m tiefen Schacht aufgrund von Seilmangel umgekehrt werden.
Im oberen Bereich der Ödernhalle. Foto: R. Seebacher
Die Vermessung des über 300 m langen Horizontalteiles konnte in der Zwischenzeit abgeschlossen werden. Der untere Gangabschnitt wurde zu Ehren der französischen Entdecker „Rue du S.A.C.“ getauft. Im September des Jahres 1983 konnten 5 Forscher des französischen Höhlenvereines, Société des amateurs de cavernes (S.A.C) bis hier vordringen.
Den oberen Bereich des Horizontalteiles bildet die rund 100 m lange, 30 m breite und bis zu 20 m hohe „Ödernhalle“. Ein von dort in Richtung SW ziehender Gang endet nach etwa 30 m an einem Lehmsiphon. Dieser wurde von Andreas und Christoph durchgraben und vorerst eine dahinterliegende kleine Kammer erreicht.
In der Zwischenzeit konnte auch die Vermessung des weiterführenden Tiefensystems abgeschlossen werden.
Nach einer ausgiebigen Stärkung erfolgte der lange Aufstieg durch die Schächte zum Biwak. Wiederum mussten die meisten Seile aufgezogen und an hochwassersicheren Stellen deponiert werden. Nach insgesamt 18 Stunden erreichte das Team müde aber glücklich gegen 06:00 Uhr das Biwak.
Am letzen Tag konnte in 350 m Tiefe eine bisher unbekannte Canyonpassage auf vorerst 54 m vermessen werden.
Schachtstrecke rund 300 m unter dem EIngang. Foto: R. Seebacher
Somit konnten bei dieser Tour 610 m vermessen werden; 556 m davon in einer Tiefe von über 850 m. Die Gesamtlänge der Wildbaderhöhle stieg auf 11.436 m, die Tiefe erhöhte sich auf 916 m, wobei der eingesehene Bereich des Endschachtes bereits auf rund -950 m liegt. Weiters besteht nun mit der neu entdeckten Fortsetzung die berechtigte Hoffnung, dass die Wildbaderhöhle auf mehr als 1000 m Tiefe erforscht werden kann.
Müde aber glücklich zurück am Eingang. Foto: R. Seebacher

Weitere Infos unter: www.hoehle.at  

Montag, 26. August 2019

Forscherlager Plankermira-2019; Wildbaderhöhle überschreitet 10-km-Marke.

Von 10.-18. August 2019 fand bereits zum 7. Mal die Forscherwoche des VHO im Bereich der Plankermira im Südostmassiv (Kat. 1625) des Toten Gebirges statt. Bewährter Stützpunkt war wieder die Schutzhöhle am Hochweiß (1625/74) in 2040 m Seehöhe in der auch das Gemeinschaftszelt aufgebaut wurde. Die Teilnehmer waren: (10.-18.) Heidrun André, Peter Jeutter, Christoph Peer und Robert Seebacher sowie von (14.-18.) Andreas Glitzner, Robin Jeutter und Iris Koller. Franz Schmidt half am 18. wieder beim Abbau des Lagers und beim Abtransport ins Tal.
Das Forschungstam: V.l.n.r.: Iris Koller, Andreas Glitzner, Christoph Peer, Heidrun André, Robert Seebacher, Peter Jeutter, Robin Jeutter und Franz Schmidt. Foto: R. Seebacher
Obwohl das Wetter nicht immer mitspielte, konnten in dieser Woche über 1,3 km neue Höhlengänge vermessen und dokumentiert werden.
Von 11.-14. standen Forschungen im tieferen Bereich der Wildbaderhöhle (1625/150) auf dem Programm. Dazu wurde in einer Tiefe von rund 360 m biwakiert (Heidrun André, Peter Jeutter, Christoph Peer und Robert Seebacher).
Bereits am ersten Tag unternahmen Christoph Peer und Robert Seebacher eine Forschungstour in den Westteil der Höhle. Hier gelang es am Ende der Telegraph road die Verbindung zum weiter westlich gelegenen Echocanyon (1625/545) herzustellen. Dazu musste eine längere Seilquerung eingerichtet werden. Im Bereich der Verbindung setzt in Richtung Süden der stark bewetterte „Schabgang“ an. Dieser Gang konnte vorerst bis zu einem Sachachtabbruch erforscht werden.
In der Telegraph road, kurz vor der Verbindung zum Echocanyon. Foto: R. Seebacher
Am nächsten Tag wurde in den Ostteilen der Höhle weitergeforscht. Hier konnte der im Vorjahr entdeckte, große, in Richtung Nordwesten ziehende Gang bis zu einem beeindruckenden Schacht erforscht werden. Ein zweiter vielversprechender Gangansatz endete leider bald an einem Lehmsiphon. 
Der sehr großräumige, steil ansteigend, wieder in Richtung Westen zurückziehende „Geisterfahrergang“ erbracht schließlich rund 1/4 km Neuland, bevor er an einem Lehmsiphon endet.
Am nächsten Tag gelang es in Biwaknähe mehrere kleinere Fortsetzungen zu erforschen. Die Vermessung dieser Teile erbrachte weitere 140 m an Gesamtlänge.
Im Geisterfahrergang. Foto: R. Seebacher

Im hinteren Abschnitt des Geisterfahrerganges. Foto: R. Seebacher
Andreas Glitzner und Iris Koller konnten im Zuge einer Tagestour auch im oberen Bereich der Höhle Neuland entdecken. Sie traversierten am Ende des Wiederansteigenden Ganges einen Schacht und konnten dort weitere 71 m teils engräumige Teile vermessen.

Bei einer mehr als 9-stündigen Tour in den Echocanyon (Heidrun André, Christoph Peer und Robert Seebacher) gelang es den Schabgang weiter zu erforschen. Hinter einem insgesamt 50 m tiefen Schachtabstieg folgte ein bis zu 40 m hoher und mehrere Meter breiter Gang.
Im bis zu 40 m hohen Schabgang fließt ein bedeutendes Gerinne in einem schotterigen Bachbett in Richtug Süden. Foto: R. Seebacher
Hier herrscht extrem starker Luftzug; in dem Gang fließt ein bedeutender Höhlenbach in Richtung Süden. Die Forschungen wurden hier vorerst an einer über 10 m hohen Kletterstelle gestoppt. Es konnten aber weitere 324 m vermessen werden.
Die grüne Lagune ist ein sehr schöner Tümpel im Bach des Schabganges. Foto: R. Seebacher
Die Gesamtlänge der Wildbaderhöhle erhöhte sich durch die diesjährigen Forschungen auf 11.065 m, die Tiefe blieb mit 874 m vorerst unverändert.

In der Eishöhle Gouffre de la Glacier (1625/407) im Osten des Arbeitsgebietes konnten die Forschungen durch Robin und Peter Jeutter abgeschlossen werden. Hier waren vor allem die Veränderungen der Eisformationen in den letzen Jahren Ziel der Dokumentation.
Mehrere neue Höhlen wurden entdeckt. Das bisher auf 110 m Länge erforschte Foamloch (1625/568) ist davon das bedeutendste Objekt (Iris Koller und Andreas Glitzner). Es besitzt starken Luftzug und könnte in den nächsten Jahren der Schlüssel zu Fortsetzungen in Richtung Osten darstellen.
Der unscheinbare Eingangsschacht des Foamlochs am Tag der Entdeckung. Foto: C. Peer
Nach dem Abstieg zur Ödernalm fand die Forscherwoche in der urigen Steinbrecherhütte bei Bratl und Bier einen gemütlichen Ausklang.
Aufgrund des noch reichlich vorhandenen Forschungspotenzials ist auch für 2020 eine Forscherwoche in diesem Gebiet geplant.
Ungewöhnliche Abendstimmung. Blick zu den Trageln. Foto: R. Seebacher
Ein Dank an alle, die für den Erfolg des Lagers „Plankermira-2019“ beigetragen haben. Besonderer Dank gebührt folgenden Personen und Institutionen: Öderer-Almgenossenschaft, Österr. Bundesforste AG, Tauplitzalm-Alpenstraßen Gesellschaft , Tauplitz Alpgenossenschaft sowie Renate und Albert Sonnleitner von der Steinbrecherhütte in der Ödernalm.
Gemütlicher Abschluss in der Ödernalm. Foto:S. Seebacher

Weitere Infos unter: www.hoehle.at

Samstag, 20. Oktober 2018

Forschungen mit Frauenpower in den Nordteilen des Sonnenleiterschachtes


Von 11. Bis 14. Oktober 2018 unternahmen Heidrun André, Rebecca Lawson, Pauline Oberender und Robert Seebacher eine insgesamt 71-stündige Biwaktour in das DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem (Kat.Nr. 1625/379).
Gut gelaunt am Eingang des Sonnenleiterschachtes. Foto: R. Seebacher
Schleusenschacht III, P 57 kurz vor dem Horizontalsystem. Foto: R. Seebacher
Der Zustieg erfolgte über den Eingang des Sonnenleiterschachtes in 1908 m Seehöhe. Über geräumige Schächte (P 18, P 93, P 20, P 10, P 45, P 88 und P 57), die nur durch eine kurze Engstelle unterbrochen sind gelangt man hier rasch bis in 355 m Tiefe, wo das ausgedehnte Horizontalsystem der Höhle erreicht wird. Bei -370 m wurde an einer stark bewetterten Stelle ein vom Naturhistorischen Museum zur Verfügung gestelltes Radon-Messgerät deponiert. Anschließend ging es weiter zum RK-Biwak in knapp 400 m Tiefe, welches Aufgrund von Platzmangel und der latenten Feuchtigkeit aufgelassen und gesäubert wurde. An der Wasserstelle unterhalb des Biwaks konnte ein neben dem Gerinne herumkletternder Höhlen-Pseudoskorpion Neobisium aueri beobachtet werden. Etwa 100 m weiter nördlich gelang es einen geeigneten Platz ausfindig zu machen und das neue, geräumige und trockene Megalodonten-Himmel-Biwak zu errichten.
Im neuen Megalodonten-Himmel-Biwak. Vlnr. Pauline, Becka, Heidi und Robert. Foto: R. Seebacher
Ausgehend von diesem neuen Stützpunkt ging es am nächsten Tag in rund 3 Stunden nach Waterloo, dem nördlichsten Punkt des Höhlensystems. Während Becka und Pauline Seile aus einem dort ansetzenden Schacht ausbauten, erbohrten Heidi und Robert eine 10 m hohe Wandstufe zu einem neuen Gang. Leider endet dieser interessante Ansatz aber bereits nach etwa 20 m an einem bewetterten Versturz. Anschließend begab sich das Team in das so genannte Facettenland, wo zwei rund 5 m hohe Aufstiege überwunden wurden. Oberhalb gelang es einen zuerst nach Osten und dann nach Nordosten ziehenden Rettichgang zu entdecken und auf rund 200 m Länge zu vermessen. Die Passage weist besonders schöne Profile und Sinterbildungen auf, ist deutlich bewettert und konnte bis zu einer mit Sediment verlegten Engstelle verfolgt werden. Dieser Punkt befindet sich bereits unweit südlich des Kl. Brieglersberges, etwa 400 m unter der Oberfläche. Durch Ausräumen scheint es möglich zu sein hier weiter in Richtung Norden vorstoßen zu können. Bei einer Rast im Facettenland konnte schließlich noch ein Höhlen-Pseudoskorpion beobachtet werden.
Gerölle im neu entdeckten Rettichgang. Foto: R. Seebacher
Am zweiten Forschungstag stand die Erkundung des mindestens 100 m tiefen, nassen Windschachtes auf dem Programm. Dazu musste abermals der lange Marsch, ganz in den Norden zurückgelegt werden. Aus diesem Schacht kommt ein Großteil der starken Wetterführung, die die Nordteile und die Nordwestpassage des Sonnenleiterschachtes durchströmt.
Um hochwassersicher absteigen zu können, war es erforderlich zahlreiche Umsteigstellen und kleine Querungen im Schacht einzurichten. Dadurch war das mitgebrachte Material bald verbraucht und es konnte die Sohle des etwa 130 m tiefen Abstieges nicht erreicht werden. Der Endpunkt liegt noch etwa 60 m über dem dank Scurion-Lampen eingesehenen Schachtboden. Ob hier die Hauptfortsetzung der Höhle in Richtung Norden zu finden ist muss also bei der nächsten Tour geklärt werden.
Schachtquerung am Weg in die Nordteile. Foto: R. Seebacher
Die Auswertung der Radon Messungen ergaben jedenfalls sehr hohe Werte, was auf ausgedehnte, noch unbekannte Gangsysteme weiter im Norden hinweist.
Insgesamt gelang es bei dieser Tour 326 m teils schwieriges Neuland zu vermessen. Durch die neuen Entdeckungen ergibt sich für das DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem eine vermessene Gesamtlänge von 24.172 m bei einer unveränderten Tiefe von 1092 m.
Vielen Dank an Dr. Rudolf Pavuza für die Bereitstellung des Radon-Dosimeters und die rasche Auswertung der Daten, sowie an die Familie Sölkner für die herzliche Bewirtung in der Steirerseehütte.

Montag, 16. April 2018

Erfolg im Zuge des Tauplitzalm-Projektes


Ende Jänner 2018 konnte bei einer Befahrung der Hemernbodenhöhle festgestellt werden, dass der Eisrückgang in den Eingangsteilen unaufhaltsam fortschreitet. Dadurch war es nicht möglich, wie geplant in die hinteren Höhlenteile vorzudringen, da der Eisboden unter dem 1. Aufstieg so tief abgeschmolzen war, dass eine Querung unmöglich wurde. Dafür konnte der seit Jahrzehnten zugeeiste westliche Gang wieder offen angetroffen werden. Ein Abstieg ohne Seil war bei dieser Tour aber nicht möglich.
Schöne Eisbildungen in der Eingangshalle der Hemmernbodenhöhle. Foto: R. Seebacher
Bei der Erkundung des Teiles im Februar wurde festgestellt, dass der 1977 begangene kleine Gang mit Eisboden lediglich die Deckenregion eines nun vollkommen freigeschmolzenen, großen Raumes war. Der so genannte Damenschacht endet in 27 m Tiefe verstürzt, bzw. zugeeist. Eine Traverse ermöglichte jedoch den Zugang zu einem stark bewetterten Kriechgang, der weiter schräg nach unten führt. Die Passage mündet in die „Matrix“ einen unübersichtlichen Teil mit mehreren Schloten und Gangansätzen wo sich die Wetterführung verliert. Hier musste bei der nächsten Tour der Weiterweg gefunden werden. Durch Ausräumen und Erweitern eines Schlufes gelang es von dort in den weiterführenden „Gefriergetrockneten Gang“ vorzudringen. In diesem mit Eis und Sinter schön dekorierten Gang verliert sich die anfangs starke Wetterführung allmählich erneut. Zwei Kletteraufstiege von 6 und 4 m führen zu einer Engstelle, die mühsam erweitert werden musste. Dahinter liegt die „Matrix reloaded“, ein verwinkelter, komplexer Höhlenteil mit mehreren Schloten. Das technische Erklettern zweier Schlote, sowie das Ausräumen von zwei Verstürzen erbrachten nicht den erhofften Durchbruch. Die Wetterführung verliert sich in zahlreichen unschliefbaren Spalten.
Schöne Eiskeulen in der Matrix. Foto: R. Seebacher
Am Ende des Gefriergetrockneten Ganges, noch vor dem Aufstieg zur erweiterten Engstelle konnte aber durch einen Rauchversuch festgestellt werden, dass der Luftzug teilweise durch ein verstürztes Bodenloch verschwindet. Durch mehrstündiges Ausräumen gelang es schließlich den kleinen Zugang zu einem 8 m tiefen Schacht und einen weiterführenden engen Canyon zu öffnen. Der Canyon ist sehr stark einwärts bewettert und verengt sich nach wenigen Metern auf nur etwa 10 cm Breite. Bei der nächsten Tour gelang es aber, diese Stelle in mehrstündiger Arbeit auf befahrbare Dimensionen zu erweitern. Wenige Meter dahinter brachte ein 7 m  Abstieg den Zugang zu einem weiteren Schacht  mit einem recht engen Einstieg. Darunter erweitert sich der 22 m tiefe, sehr schöne Schacht aber auf 5 m Durchmesser. Von dessen Boden führt ein weiterer, geräumiger, noch unerforschter Schacht in die Tiefe. Dieser, immer noch stark bewetterte Punkt befindet sich bereits 85 m unter dem Eingang und es scheint, dass an dieser Stelle tiefer ins Tauplitzalm-Plateau vorgedrungen werden kann. Möglicherweise gelingt hier sogar der Abstieg zum gesuchten Sammler des Gebietes.
Bemerkenswerte Sinterbildungen im Gefriergetrockneten Gang. Foto: R. Seebacher

Während der 8 Forschungstouren von Jänner bis April 2018 gelang es insgesamt 413 m Neuland zu dokumentieren, wodurch die Hemernbodenhöhle aktuell eine Länge von 618 m aufweist. Sie wird dadurch zur dritten Großhöhle des Tauplitzalm-Plateaus.
Folgende Personen waren an den bisherigen Forschungen beteiligt: Heidrun André (1), Christoph Peer (3), Sebastian Seebacher (4), Robert Seebacher (8)
Ein geräumiger 22 m Schacht führt zum bisher tiefsten erreichten Punkt der Höhle. Foto: R. Seebacher


Sonntag, 31. Dezember 2017

Kleiner Durchbruch in der Bullenhöhle

Der Eingang zur Bullenhöhle offnet sich am Plateau der Tauplitzalm. Foto: R. Seebacher
Am 29.12.2017 unternahmen Christian Huber, Christoph Peer und Robert Seebacher eine Tour in die Bullenhöhle auf der Tauplitzalm. Erneut war der End-Lehmsiphon in 180 m Tiefe Ziel der Unternehmung. Bei der letzten Aktion im März 2017 konnte im 2. Lehmsiphon eine Stelle erreicht werden, von der aus der kleine Gang wieder nach oben führt. Dieser Umstand nährte die Hoffnung auf einen möglichen baldigen Durchbruch.

Am Weg zum tiefsten Punkt der Höhle ist so manche Engstelle zu überwinden. Foto: R. Seebacher
Diesmal gelang es nach mehrstündiger Räumarbeit tatsächlich den Lehmsiphon 2 zu überwinden. Dahinter befindet sich ein rund 4 m langer, 1,5 m breiter und 4 m hoher Raum. Die weitere Fortsetzung ist aber leider wieder durch Lehm fast vollkommen verschlossen. Es ist nun aber möglich, die Lehmmassen in diesem Raum zu deponieren, was die weitere Arbeit enorm erleichtert. Bisher musste sämtliches Abraummaterial durch den freigegrabenen, über 10 m langen Schluf hinaus transportier werden. Es ist geplant, die Arbeiten an dieser Stelle bald fortzusetzen, da hier eine reelle Chance besteht den gesuchten Tauplitz-Aquifer zu erreichen.

Das Team im letzten größeren Raum vor dem Lehmsiphon. Foto: R. Seebacher

Mittwoch, 1. November 2017

Die Sagtümpelquelle; Renaturierung eines Naturjuwels

Rund 2,5 km nordöstlich der Ortschaft Tauplitz unweit der Straße zur Gnanitzalm befindet sich idyllisch im Wald gelegen der sagenumwobene „Sagtümpel“. Es handelt sich dabei um eine der in Österreich sehr selten anzutreffenden vauclusischen Riesenkarstquellen, was bedeutet, dass das Wasser aus einem tiefen Quellsee von unten emporgedrückt wird.
Die Wasserführung schwankt sehr dynamisch zwischen etwa 10 l/s und über 10 m³/s, wobei das Einzugsgebiet der Quelle weit nach Westen reicht und hauptsächlich das Plateau der Tauplitzalm umfasst. Bereits in den 1950er-Jahren bewiesen Markierungsversuche einen direkten Zusammenhang mit der Bachversickerung des Krallersees im Schnittlamoos, nördlich des Hollhauses. Das Wasser überwindet dabei einen Höhenunterschied von über 600 m bei einer Entfernung (Luftlinie) von fast 4 km. Das Wasser der Quelle fließt über den naturbelassenen Sagtümpelbach zum Tauplitzer Wasserfall, der mit einer herrlichen 30 m hohen Kaskade in den Grimmingbach stürzt.

Der Tauplitzer Wasserfall. Hier mündet der Sagtümpelbach in die Grimming. Foto: R. Seebacher
Aufgrund der großen Tiefe und des mystischen Aussehens des Sagtümpels rankt sich auch eine Sage um diesen magischen Ort. 


Leider wurde der rund 30 m lange, 15 m breite und 10 m tiefe Quelltopf im Jahre 1975 im Zuge der Wasserversorgung vollkommen mit Schotter verfüllt und zubetoniert. Seit in den 2000er-Jahren, die Trinkwasserentnahme aufgrund mangelnder Wassergüte jedoch eingestellt wurde, lag die Fassungsanlage brach und war dem Verfall preisgegeben.
Situation vor Projektbeginn. Foto: R. Seebacher
Die Idee für eine Renaturierung bestand bereits seit mehreren Jahren. Anfang 2016 gelang es nun über Initiative des Verfassers die Gemeinde Bad Mitterndorf und die Grundbesitzer dafür zu gewinnen. Das Vorhaben wurde mittlerweile als LEADER-Projekt angenommen. Nach Erteilung der erforderlichen Genehmigungen, wurde im Herbst 2016 mit der Renaturierung begonnen. Dazu war es erforderlich in aufwendiger Arbeit sämtliche Betonteile abzutragen, sowie mittels Spezial-Bagger den Quellsee wieder freizulegen. Anschließend musste der Wasserspiegel wieder auf die ursprüngliche Höhe um 3,5 m angehoben werden.
Freischremmen des Quelltopfes mit schwerem Gerät. Foto: R. Seebacher
Durch die gelungene Renaturierung entstand ein interessantes Ausflugsziel für Sommer- wie auch Winterspaziergänge in der Natur. Eine Aufbereitung des Umfeldes mit Bänken und Schautafeln, sowie die Anlage eines Rundweges zum Thema Karst, Wasser, Geologie und Höhlen ist geplant.
Der Sagtümpel könnte als Glücks- bzw. Kraftplatz mit beruhigendem Ambiente wieder ein
beliebtes Wander- und Ausflugsziel in Ortsnähe von Tauplitz werden.
Der naturnah gestaltete neue Überlauf des Quelltopfes. Foto: R. Seebacher

Der rund 10 m tiefe Quelltopf der Sagtümpelquelle. Foto: R. Seebacher
Eröffnung im Oktober 2017. Foto: S. Seebacher
Ziemlich genau nach einem Jahr konnte das Projekt abgeschlossen und nach einer würdigen Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben werden.

Robert Seebacher/Projektleiter

Montag, 30. Oktober 2017

Erforschung des Blanken Schachtes fortgesetzt

Im Oktober 2012 wurde der am Löckenkogel in knapp 2000 m Seehöhe gelegene Blanke Schacht (1625/530) von Robert Seebacher erstmals befahren und bis in 48 m Tiefe vermessen. Der Schacht führt von diesem Punkt weiter in die Tiefe. http://vho-caving-news.blogspot.co.at/2012/10/neue-hohlen-im-sudostmassiv-des-toten.html
Der Einstieg zum Blanken Schacht. Foto: C. Huber
In rund 45 m Tiefe. Foto: C. Huber
Nun, fünf Jahre später setzten Christian Huber und Robert Seebacher die Forschungen in dieser sehr interessanten Höhle fort. Am 04.10.2017 stiegen die beiden von den Steyrersee-Hütten über die Tauplitz Schachtzone und das Himmelreich zum Schachteingang auf. Das bisherige Höhlenende war rasch erreicht und es konnte mit der weiteren Erkundung begonnen werden. An dieser Stelle setzt ein großer, insgesamt 53 m tiefer sehr nasser Direktschacht an.
Der 53 m-Schacht. Foto: R. Seebacher
Gang mit kleinem See. Foto: R. Seebacher
Am Beginn musste eine Querung eingerichtet werden, um dem starken Tropfenfall auszuweichen. Vom geräumigen Schachtboden führt ein kurzer, niederer Gang mit einem kleinen See in Richtung Norden bis zu einem Versturz. An der Westseite des Schachtbodens war es aber möglich durch ein rund 2 m hohes Fenster in einen weiteren, großen Schlot- Schachtraum zu gelangen. Hier war starker Luftzug bemerkbar, was auf bedeutende Fortsetzungen hinweist. Der nächste Schachtabstieg ist mindestens 25-30 m tief und sehr nass. Aus diesem Grund wurde die Tour in einer Tiefe von über 100 m abgebrochen. Die weitere Erforschung ist bei stabiler und trockener Wetterlage geplant.

Insgesamt konnte der Blanke-Schacht auf eine Länge von 202 m bei einer Tiefe von 108 m erforscht und vermessen werden.
Am Rückweg bei ca. -100 m. Foto: R. Seebacher

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Erforschung von zwei neuen Schächten im Bereich des Ozonloches

Blick zurück zur Tauplitzalm und zum Grimming. Foto: R. Seebacher
Am 05.10.2017 unternahmen Christian Huber und Robert Seebacher eine Tour ins Hochkarstgebiet des Toten Gebirges „In den Karen“. Ziel war die Erforschung eines noch unbearbeiteten Schachtes nördlich des Ozonloches (DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem). Der Einstieg liegt auf über 2000 m Seehöhe und befindet sich direkt über einem Schlot des kleinen Horizontalsystems im Ozonloch. Da sich dieser Höhlenteil nur rund 50 m unter der Oberfläche befindet, wurde die Möglichkeit einer Verbindung in Betracht gezogen. Der Schacht hat einen kluftförmigen Einstieg und bricht senkrecht 27 m auf einen Schneeboden ab. Leider konnten keine weiterführenden Fortsetzungen gefunden werden. Unter dem Schnee war ein Versturzboden auszunehmen. Es kann daher angenommen werden, dass auch das Abschmelzen des Schnees keine weitere Fortsetzung freigeben wird. Somit konnte die Erforschung des Schachtes rasch abgeschlossen werden. Große Schwierigkeiten beim Schachteinbau bereiteten die verwendeten Segmentanker der Marke „Sympafix“. Aus diesem Grund erhielt die Höhle den Namen Sympakruzifix-Schacht (1625/553) Die Vermessung ergab eine Gesamtlänge von 40 m bei einer Niveaudifferenz von 30 m.
Der Sympakruzifix-Schacht. Foto: C. Huber
Da noch reichlich Zeit vorhanden war widmete man sich noch der Erforschung einer weiteren Höhle in diesem Areal. Unweit südwestlich des Ozonloches befindet sich ein kleiner stark bewetterter Kluftschacht. Auch hier wurde ein möglicher Zusammenhang mit dem DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem vermutet. Nach einem 18 m tiefen Einstiegsschacht führt die Höhle als schmale Kluft horizontal weiter, um nach rund 10 m an einer nur 10 cm breiten Engstelle zu enden. Hier war sehr starker Luftzug bemerkbar, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich aus den nur wenige Zehnermeter entfernt gelegenen Teilen des Ozonloches stammt. Eine Verbindung konnte aber auch hier nicht realisiert werden.
Eingang des Ozongebläses. Foto: C. Huber
Insgesamt wurde die auf Ozongebläse (1625/554)getaufte Höhle auf 34 m Länge und 18 m Tiefe dokumentiert.

Freitag, 20. Oktober 2017

Wieder eine neue Höhle am Tauplitzalmplateau

Im Herbst 2017 widmete man sich intensiv einer im Winter immer freigeblasenen Stelle in der Nähe des Hemernbodens unweit der Zettler-Hütte auf der Tauplitzalm. In insgesamt 4 mehrstündigen Räumaktionen gelang es Christian Huber und Robert Seebacher, den Zugang zu einer neuen Höhle zu öffnen.
Der freigeräumte Eingang des Herbstloches. Foto: R. Seebacher
Erweiterte Engstelle unmittelbar nach dem Eingang. Foto: R. Seebacher
Hinter einer erweiterten Engstelle befindet sich ein kleinräumiger Gang, der bald in einen sehr schmalen Canyon übergeht. Nach der Erweiterung und Überwindung einer weiteren Engstelle gelang es noch ein paar Meter vorzudringen. Leider folgt bald eine unüberwindbare Verengung, welche der Erforschung des deutlich bewetterten Objektes ein jähes Ende setzte.
Das Herbstloch weist teilweise sehr schöne Raumformen auf. Foto: R. Seebacher
Insgesamt war es möglich in einer 5. Tour die auf Herbstloch (1622/85) getaufte Höhle auf 37 m Länge bei einer Niveaudifferenz von 8 m zu vermessen und zu dokumentieren.

Samstag, 30. September 2017

Bereits 5. Forscherlager im Bereich der Plankermira im August 2017.

Im August 2017 fand das traditionelle Forscherlager des Vereines für Höhlenkunde in Obersteier (VHO) bereits zum fünften Mal im Gebiet der Plankermira im Südostmassiv des Toten Gebirges statt.
Der Aufstieg zum Basislager in 2040 m Seehöhe erfolgte am 12. August. Witterungsbedingt musste leider bereits am 18. August wieder abgestiegen werden. Dennoch war die Woche sehr erfolgreich.
Es nahmen insgesamt 8 Höhlenforscherinnen und Höhlenforscher daran teil (Heidrun André, Ernest Geyer, Andreas Glitzner, Peter Jeutter, Robin Jeutter, Rebecca Lawson, Pauline Oberender und Robert Seebacher). 

Das Team am Tag des Aufstieges in der Ödernalm. Von links nach rechts:
Rebecca Lawson, Pauline Oberender, Robert Seebacher, Peter Jeutter, Andreas Glitzner,
Heidirun André, Robin Jeutter. Foto: R. Seebacher
Am Beginn des Lagers stand eine viertägige Biwaktour in die Wildbaderhöhle (1625/150) auf dem Programm (Teilnehmer: Heidrun André, Andreas Glitzner, Rebecca Lawson, Pauline Oberender und Robert Seebacher). Ziel der Tour war die weitere genaue Erforschung und Dokumentation des Tiefensystems der Höhle. In diesem vorwiegend vertikal entwickelten Höhlenteil stießen die französischen Forscher in den 1980er-Jahren in rund 850 m Tiefe auf einen riesigen, fossilen Gangabschnitt. Die Vermessung der Schächte wurde damals aber aufgrund der schwierigen Verhältnisse bereits in rund 650 m Tiefe abgebrochen. Auch der Gang blieb bis dato unvermessen.
Das VHO-Team biwakierte im Horizontalteil in 400 m Tiefe, wo schon im Vorjahr ein geeigneter Platz im Ostsystem eingerichtet werden konnte.

Der große Gang in der Tiefe der Wildbaderhöhle rund 880 m unter dem Eingang. Foto: R. Seebacher
Trotz ziemlich großer Wasserführung in den Schächten gelang es einem Dreierteam mit Hilfe von Neoprenanzügen das Schachtsystem vollkommen einzubauen und zu vermessen. Ein Glücksfall war die Entdeckung einer Parallelstrecke zwischen – 706 m und – 770 m. Dadurch war die „trockene“ Umgehung zweier besonders nasser Schachtstufen möglich. In einer Tiefe von 840 m mündet das Schachtsystem in eine große Halle. Total durchnässt und durchgefroren beendete das Team hier die Vermessung am Beginn einer beeindruckenden, in 2 Richtungen führenden, fossilen Passage. Der letzte Messpunkt befindet sich 870 m unter dem Eingang. Insgesamt konnten 220 m unter schwierigsten Verhältnissen vermessen werden. Bei der Erkundung des Ganges konnte bis zum bisher tiefsten, bekannten Punkt der Höhle abgestiegen werden. Dieser liegt etwa 890 – 900 m unter dem Eingang. Dieser Wert muss aber noch bei der nächsten Tour durch eine genaue Vermessung bestätigt werden. Es gilt aber als bewiesen, dass die Wildbaderhöhle deutlich tiefer, als die von den französischen Forschern angegebenen 874 m ist. Weiters besteht die Möglichkeit, über ein in rund 15 m Höhe gesichtetes Wandfenster, bzw. durch Graben in den beiden mit Lehm und Sand verstopften Enden des Ganges Neuland zu entdecken.
Schön dekoriertes Neuland in der Wildbaderhöhle. Foto: R. Seebacher
Im Horizontalsystem in 400 m Tiefe konnte ein Aufstieg in eine Halle erschlossert werden. Ein schön mit Tropfsteinen dekorierter Gang führt von dort in Richtung Osten bis zu einer Schachtquerung. Hier konnten weitere 153 m vermessen werden.

Peter und Robin Jeutter widmeten sich währenddessen der weiteren Erforschung und genauen Vermessung  der Eishöhle, Gouffre de la Glacier (1625/407, VL 96 m) und des Großer Polterschachtes (1625/125, VL 59 m). In beiden Objekten mussten noch mehrere unbearbeitete Fortsetzungen zurückgelassen werden. Weiters gelang die Entdeckung und Dokumentation der Schachthöhle Fleischwolf (1625/552, GL 19 m).
 
Herrlicher Sternenhimmel. Foto: R. Seebacher
Eine Tagestour mit 2 Teams führte erneut in die Wildbaderhöhle. Hier konnte ein in -93 m Tiefe ansetzendes Schachtsystem neu vermessen und genau dokumentiert werden (R. Lawson und P. Oberender; 131 m). Der unschliefbare Endpunkt liegt 190 m unter dem Eingang.
Das zweite Team (H. André, A. Glitzer und R. Seebacher) bauten eine Pendelquerung zu einem noch unerforschten Schachtfenster im Germanenschacht ein. Die Fortsetzung führte rasch in eine chaotische Versturzzone, durch die der Aufstieg zurück in die Gr. Galerie (-120 m) gelang. Dort widmete man sich der Suche nach einer Fortsetzung dieser. Die starke Wetterführung verschwindet hier in einem großen Versturz. Durch einen verwinkelten Schluf konnte schließlich eine Umgehung des Versturzes entdeckt werden. Dahinter führt der Gang mit großen Dimensionen über 100 m in Richtung Nordosten bis zu einem neuerlichen, unüberwindbaren Versturz. Kurz davor befindet sich aber noch ein unerforschter, stark bewetterter Schacht. Dieses Team konnte an diesem Tag insgesamt 331 m Neuland vermessen.
Fortsetzung der Gr. Galerie. Foto: R. Seebacher
Es ergibt sich somit  für die Wildbaderhöhle ein Neuvermessungslänge von  835 m, wodurch sich die Gesamtlänge auf 8754 m erhöhte.

Am Ende der Forscherwoche konzentrierten sich die Arbeiten auf das Gebiet südöstlich des Hochweiß-Gipfels (2158 m). Hier wurde mit der Erforschung des im Vorjahr entdeckten Echocanyons (1625/545) begonnen (P. Oberender, R. Seebacher). Nach einer geräumigen mit Eis bedeckten Halle folgt ein kleiner Schacht und ein enger Canyon. Dahinter gelang die Entdeckung eines sehr tiefen, trockenen Schachtes. Leider versperrt ein großer Felsblock den Einstieg. Trotz mehrstündiger Arbeit konnte der Einstieg noch nicht geöffnet werden. So musste die Erforschung es mindestens 100 m tiefen, deutlich bewetterten Schachtes also auf das nächste Jahr verschoben werden. Hier besteht die berechtigte Hoffnung, in die unweit darunter liegenden, westlichsten Ausläufer der Wildbaderhöhle gelangen zu können. Dadurch würden sich die Anmarschwege in diese hoch interessanten Teile beträchtlich verkürzen. Die vermessene Gesamtlänge des Echocanyons beträgt vorläufig 86 m bei einer Tiefe von 40 m.
Weiter westlich konnte das Hirsekäferloch (1625/551) mit 29 m Länge vollständig erforscht und vermessen werden.
Im Echocanyon. Foto: R. Seebacher
Insgesamt gelang es beim Forscherlager „Plankermira 2017“ mehr als 1,1 km an Höhlenpassagen neu zu vermessen. Aufgrund zahlreicher, noch vorhandener Fortsetzungen ist auch für das Jahr 2018 eine Forscherwoche in diesem tollen Gebiet geplant.
Der gemütliche Abschluss der Woche fand wieder in der Ödernalm mit Bratl, Bier und Kaiserschmarrn statt.
Gemütlicher Abschluss in der Ödernalm.
Danke an alle, die zum Gelingen dieses erfolgreichen Forscherlagers beigetragen haben. Ein besonderer Dank gebührt folgenden Personen und Institutionen: Öderer Almgenossenschaft, Österr. Bundesforste AG, Tauplitz Alpgenossenschaft sowie Renate und Albert Sonnleitner von der Steinbrecherhütte.