Freitag, 23. Oktober 2009

Höhlenrettuns-Herbstübung

Am 10.10.2009 fand im Schaubergwerk Annastollen bei Rohrmoos die Höhlenrettungs-Herbstübung des Steirischen Landesverbandes statt. Die Übung fand in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesheer (Grubenwehr) statt.
Die Einsatzstelle Bad Mitterndorf war mit 6 Personen an der Übung beteiligt. Unsere Gruppe hatte einen Verletzen durch den sehr engen Wetterschacht zu transportieren.

Teilnehmer der Est. Bad Mitterndorf: Ernest GEYER, Christoph LECHNER, Rudolf RIESEMANN, Franz SCHMIDT, Robert SEEBACHER und Hans STIEG

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Dohlenhöhle - eine neue Großhöhle im Warscheneckstock

Am 28.09.2009 wurde nach einer 10-jährigen Forschungspause wieder eine Forschungstour in die Dohlenhöhle (1634/105) durchgeführt. Teilnehmer: Ernest Geyer, Johann Putz und Robert Seebacher. Der Zustieg erfolgt großteils weglos durch die Weißenbacher Mauern und ist teilweise schwierig und ausgesetzt.
Auch die Höhle ist technisch sehr anspruchsvoll und anfangs an eine vom Eingang steil nach oben führende, breite Kluft angelegt. Da die Einbauten aus den 80er-Jahren unbrauchbar geworden waren, mussten sämtliche Seilaufstiege neu erklettert und eingerichtet werden.

Ziel dieser Tour war die Bezwingung eines großen Schlotes über dem Dohlendom. Dieser wurde nun bis in insgesamt 56 m Höhe erklettert, wo ein bedeutender Horizontalgang (Akkordgang) entdeckt werden konnte. Der Schlot setzt sich aber auch noch mindestens 21 m weiter nach oben fort. Dieser Bereich der Höhle war stark bewettert. Der Akkordgang führt in einen größeren Raum (Jubiläumskammer) und setzt sich dann weiter in Richtung Westen fort. Der beeindruckende, stark mäanderierende Gang hat ein linsenförmiges Profil und ist bei einer Breite von meist 5 m bis zu 3 m hoch. Zwei stark bewetterte Seitengänge enden unschliefbar. Der Gangboden ist mit Lehm, feinem Sand und partiell auch mit Sinterplatten bedeckt.
Es finden sich dort auch Stalagmiten. Fledermauskot deutet darauf hin, dass dieser Bereich der Höhle von den Tieren als Winterquartier genutzt wird. Das Ende des Ganges mündet in einen noch unerforschten Schacht mit 15 m Tiefe, der sich auch 17 m nach oben fortsetzt.

Bei dieser 8-stündigen Tour konnten 447,9 m vermessen werden bei einer Ganglänge von 424,7 m. Mit den bereits vermessenen Teilen ergibt sich eine neue Großhöhle auf den Hochangern. Die Gesamtlänge der Höhle erhöhte sich auf 645 m bei einer Niveaudifferenz von 111 m (+92 m, -19 m). Die Horizontalerstreckung beträgt 201 m. Die Höhle hat noch vielversprechende Ansatzpunkte für weitere Forschungen.

Samstag, 26. September 2009

Erforschung der Karstquelle „Bachschläg“ am Loser

Am 18.09.2009 unternahmen Ernest Geyer und Robert Seebcher eine Forschungs- und Vermessungstour in die Quellhöhle „Bachschläg“ am Loser.
Bei dem Objekt handelt es sich um eine auf 1550 m Seehöhe gelegene, starke Karstquelle. Bei der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen ergießt sich ein mächtiger Bach aus dem kleinen Eingang und fließt weit sichtbar als markantes weißes Band über den Südhang der Loser-Niedern.
Im Jahre 1983 gelang es durch Abgraben des Abflusses den Wasserspiegel des 1. Siphons so weit zu senken, dass es erstmals möglich wurde einige Meter in die kleinräumige Höhle vorzudringen. Jedoch versperrt bereits nach etwa 10 m ein weiterer Siphon den Weg.


Nachdem R. Seebacher am 09.09.2009 eine Erkundungstour zum Siphon unternommen hatte, wurde nun versucht gemeinsam mit E. Geyer das Hindernis tauchend zu überwinden.
Es gelang bei dieser Aktion die Höhle auf 35 m Länge zu erforschen und zu vermessen. Dafür mussten 2 engräumige Siphone (4 m lang und 12 m lang) durchtaucht werden. Dahinter setzt sich die Höhle kleinräumig unter Wasser weiter in den Berg fort. Aufgrund der Enge dürfte eine weitere Erforschung schwierig werden.

Sonntag, 23. August 2009

Interessante Entdeckungen beim Forscherlager "Sub-Glacies II" am Dachstein.

Von 16. bis 22. August 2009 fand das VHO-Forscherlager "Sub-Glacies II" am Dachstein-Südrand statt. Als Stützpunkt diente wieder die Seethaler-Hütte auf 2740 m Seehöhe.

Teilnehmer: Heidrun André, Ernest Geyer, Peter Jeutter und Robert Seebacher. Tagesgäste: Theresia und Erwin Hüttner sowie Walter Bertl.
Obwohl an mehreren Tagen nur mit einem Forschungs- und Vermessungsteam gearbeitet werden konnte gelang es wieder mehr als 900 m neue Höhlenteile in 5 verschiedenen Höhlen zu vermessen und zu dokumentieren.
Im Voodoo-Canyon gelang nach der Überwindung des 45 m tiefen Vogonenschachtes die Entdeckung des Gletscherdomes, einer sehr großen Halle, welche im Bereich des Einstieges zur Dachstein-Schulter unter dem Hallstätter-Gletscher liegt. Der Zustieg erfolgt über den im Vorjahr vermessenen 150 m langen, engen und lehmigen Vogonenwurm.
Der Dom ist 80 m lang, 40 m breit und bis zu 50 m hoch. Im Anschluß an die Halle führt ein bis zu 40 m hoher und 10-20 m breiter Gang sehr steil in die Tiefe.
Die vermessene Gesamtlänge des Voodoo-Canyons stieg auf 1.506 m, die Niveaudifferenz kletterte auf 201 m. Die Aufsammlung von Fledermäusen und das Einbringen von Temperaturloggern rundeten die Arbeiten in dieser bedeutenden Höhle ab.
Über eine sehr ausgesetzte Abseilfahrt in der Südwand der Dachsteinwarte (2741 m) konnte der Mauerläufer-Canyon entdeckt werden. Diese in 2670 m Seehöhe gelegene Höhle verläuft als teilweise enger, aber stark einwärts bewetterter Canyon in den Berg. In drei Touren gelang es diese interessante Höhle auf eine Länge von 207 m bei einer Niveaudifferenz von - 87 m zu erforschen. Umkehrpunkt war eine weitere Schachtstufe.
Unweit der Hütte konnten der 61 m lange Schneebrücken-Schacht und die 75 m lange Seethaler-Höhle vermessen werden.
Im Bereich der Bergstation der Dachstein-Selbahn wurde weiters der 73 m lange und 29m tiefe Hunerkogelschacht erforscht und vermessen.

Trotz des heuer leider sehr kleinen Teams wieder eine sehr erfolgreiche Forscherwoche mit großartigen Perspektiven für die Zukunft.

Montag, 10. August 2009

Erneuter Tauchgang im Schwarzenbachloch

Am 07. August 2009 unternahm Robert Seebacher einen neuerlichen Tauchvorstoß im Schwazenbachloch. Diesemal erfolgte die Unterstützung durch Resi und Erwin Hüttner sowie Taraneh und Ernest Geyer. Die Bedingungen waren diesmal besser und unter Wasser herrschten mehrere Meter Sicht. Da die Leine beim ersten Tauchgang wieder aus dem Siphon entfernt wurde, musse die Leine wieder neu verlegt werden. Vom 1. Siphonknie bei -10 m führt eine enge Kluft steil nach oben. Hier kann man in einer winzigen Luftglocke den Kopf aus dem Wasser strecken. An dieser Setelle ist der Siphon aber nicht zu Ende, sondern setzt sich erneut nach unten fort. Nach insgesamt 37 m Tauchstrecke war die Sicherheitsgrenze in knapp 5 m Tiefe erreicht und es wurde der Rückweg angetreten. Diesmal wurde die Führungsleine in Siphon belassen, um bei einem nächsten Vorstoß den Endpunkt schneller erreichen zu können. Weiters konnte die gesamte Unterwasserstrecke vermessen werdne.

Freitag, 31. Juli 2009

Tauchgang im Schwarzenbachloch

Am 29. August 2009 wurde von Robert Seebacher ein Tauchgang im Endsiphon des Schwarzenbach-Loches bei Bad Goisern durchgeführt.
Unterstützung erfolgte durch Johann PUTZ.
Obwohl die Schüttung gering war, stellten sich die Bedingungen als alles andre als Ideal dar. Durch ein leichtes Hochwasser am Vortag war das Wasser sehr trüb. Die Sicht unter Wasser betrug anfangs nur wenige dm und verschlechterte sich schnell auf null. Dadurch war es teilweise gar nicht mehr möglich die Instrumente abzulesen, bzw. musste der Weg tastend gefunden werden.
Trotz der schlechten Bedingungen gelang es in dem engen Siphon dennoch bis zum Siphonknie bei 10 m Wassertiefe abzutauchen und dahinter bis 6 m Wassertiefe wieder aufzutauchen. Aufgrund der Null-Sicht und der Enge des Siphons wurde dort der Vorstoß aus Sicherheitsgründen abgebrochen.
Die erforschte Gesamtlänge des Siphons beträgt momentan 21 m bei einer maximalen Tiefe von 10 m.

Samstag, 4. Juli 2009

Erfolgreicher Verbindungstauchgang im Hütterschacht bei Bad Ischl

Bei einer Tauchaktion am 03.07.2009 gelang es, zwischen den beiden Großhöhlen Hütterschacht (1614/6) und dem Wasserloch in der Tauernwand (1614/5) eine befahrbare Verbindung nachzuweisen.
Diese Höhlen wurden großteils in den 1970er- und 1980er-Jahren von Höhlenforschern aus Oberösterreich und Wien erkundet
und vermessen (Hütterschacht: GL 2.926 m, ND -187 m, Wasserloch in der Tauernwand: GL 1.847 m, ND +- 120 m).
Bereits vor mehr als 10 Jahren wurde ich von Hermann KIRCHMAYR darauf angesprochen, dass es zwischen diesen Höhlen eine Verbindung geben muss und diese wohl im Bereich der beiden Endsiphone zu suchen sei. Leider kam dieser Tauchgang bislang nicht zustande, wurde nun aber in Angriff genommen.
Da der Zustieg durch das Wasserloch teilweise schwierig und stark hochwasseranfällig ist, wurde die Variante, den Tauchgang vom Hütterschacht aus zu starten, ausgewählt. Dazu war es vorerst einmal notwendig die Höhle kennenzulernen. Obwohl Ende Juni – Anfang Juli sehr ungünstige Witterungsverhältnisse und teileweise sogar Hochwasser herrschte, unternahmen am 24.06.2009 Franz SCHMIDT und Robert SEEBACHER eine Hochwasserbefahrung in den Hütterschacht. Dabei gelang es überraschenderweise gleich auf Anhieb bis zum Endsiphon vorzudringen.

Es zeigte sich dass das Wasser sehr schnell abfließt und so gut wie keine Rückstauzonen vorhanden sind. Aus diesem Grund erschien es nun auch möglich, den Tauchvorstoß bei nicht ganz optimalen Bedingungen durchzuführen.
Freundlicherweise wurde uns von den Österreichischen Bundesforsten eine Fahrgenehmigung erteilt, wodurch wir bis zum Eingang des Hütterschachtes über Forststraßen hinauffahren konnten. Das Team bestand aus Heidrun ANDRÉ, Michael BEHM, Ernest GEYER, Christoph LECHNER, Gerhard WIMMER und Robert SEEBACHER.

Nach dem Eingang ist anfangs ein Schachtsystem bis in eine Tiefe von 160 m zu überwinden. Eintretende Gerinne machen die Absteige teilweise sehr feucht und erschweren die Befahrung. Nach der Überwindung des Christophorus-Sees setzt sich der Weg nun als über 500 m langer Canyonteil fort. Dieser mündet in geräumige phreatische und teilweise stark verlehmte Gangpassagen. Nach einem kleinen Abstieg gelangt man in den Autobahncanyon, welcher bei Hochwasser den Hauptbach der Höhle ableitet. Hinter einem kurzen, aber sehr dreckigen und nassen Schluf erreicht man schließlich den Blinden Canyon, welcher am Tiefen Siphon bisher endete.
Relativ zügig gelangte das 6-köpfige Team nach etwa 2 Stunden zum Endsiphon, welcher bereits in 181 m Tiefe und etwa 1,4 km vom Eingang entfernt liegt.

Der Tauchgang wurde von Robert SEEBACHER durchgeführt, wobei ein 2 x 4 Liter Tauchgerät zum Einsatz kam. Die Sichtweite unter Wasser betrug etwa 1 m, Strömung war keine zu bemerken, da sich ein Gerinne von nur etwa 1 l/s in den Siphon ergoss.
Die Unterwasserpassage fällt anfangs sehr steil bis in eine Tiefe von 3 m ab. Von dort führt ein 1-2 m hoher und ebenso breiter Gang in Richtung Osten. Nach bereits 15 m Tauchstrecke konnte im Siphonsee des Wasserloches wieder aufgetaucht werden und die Verbindung realisiert werden. Die vermessene Länge der neu erforschten Passage beträgt 17 m, wodurch sich nun für die neue Durchgangshöhle eine Gesamtlänge von 4.893 m ergibt. Der Höhenunterschied beträgt 252 m und die Horizontalerstreckung zwischen den beiden Eingängen beachtliche 1.400 m.

Dank: Herwig LOIDL und Georg XENGER von den Österreichischen Bundesforsten für die Fahrerlaubnis, Hermann KIRCHMAYR und Erhard FRITSCH für Planunterlagen und Informationen sowie dem fleißigen Trägerteam, welches den langen, teilweise nassen und schmutzigen Weg durch die Höhle bestreiten musste. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Höhlenforscher, welche in stunden- und tagelanger Arbeit diese beiden Großhöhlen bisher arbeiteten und dokumentierten.

Freitag, 12. Juni 2009

Kameratest für die Firma PENTAX

Anfang Juni 2009 wurde mir von der Firma PENTAX als einer von 10 Testfotografen ein Vorserienmodell der Pentax K-7 zur Verfügung gestellt.
Diese digitale Spiegelreflexkamera (samt Kit-Objektiv 18-55 mm) ist vollkommen gegen Staub und Wasser abgedichtet und daher für den Einsatz in Höhlen bestens geeignet.
Die Kamera besitzt auch bereits eine HD-Viedeofunktion und wird ab Juli zum Preis von etwa 1.400.- Euro erhältlich sein.
Schade nur, dass ich die tolle Kamera nach einem Monat wieder abgeben muss.
Hier meine ersten Versuche in Höhlen. Die Bilder entstanden im Höllenloch und in der Hirlatzhöhle.
http://pentax-k-7.blogspot.com/

Höhlenausbildung für Polizeibergführer

Von 08- bis 10. Juni fand in Hallstatt ein Höhlenseminar für Polizeibergführer statt. Da die Alpinpolizei auch für Erhebungen von Höhlenunfällen zuständig ist, wurde für die Steiermark nun ein Höhlen-Kompetenz-Team ins Leben gerufen.
Im Zuge des Seminares wurden das Höllenloch im Anzenau, die Hirlatzhöhle und das Kühlloch im Rettenbachtal befahren.

Teilnahmer: Josef EMMERSDORFER, Christian HUBER, Klaus PFAFFENEDER, Johann PÜRESCHITZ und Robert SEEBACHER (Bilder: J. Püreschitz, R. Seebacher).

Fototour ins Schwarzenbachloch

Am 01. Juni 2009 unternahmen Sebastian und Robert SEEBACHER eine zweistündige Fototour ins Schwarzenbachloch bei Bad Goisern. Dabei wurden Aufnahmen mit der PENTAX Spiegelreflexkamera K20D und dem Objektiv DA* 16-50 gemacht.

Übung der Höhlenrettungstaucher

Am 23. und 24. Mai 2009 fand in Obertraun ein Treffen der steirischen Höhlenrettungstaucher statt. Ziel des Treffens war das Ausprobieren des Tauch-Bergesacks, die Optimierung der pers. Ausrüstung und eine Übung in einer Unterwasserhöhle.

Teilnehmer: Anke OERTEL, Christoph LECHNER, Franz SCHMIDT, Markus SCHAFHEUTLE und Robert SEEBACHER

Samstag: Der Bergesack wurde erstmals im Zuge eines Tauchganges im Hallstätter-See unter Wasser ausgetestet. Am Nachmittag besuchten wir dann den Griesbach-Ursprung und beschlossen den Tag bei einem gemeinsamen Tauchgang im Gosausee.
Übernachtet wurde im Vereinsheim in Obertraun, wofür ich mich nochmals recht herzlich beim Obmann Mag. Kurt Sulzbacher bedanken möchte.


Sonntag: Bei einer gemeinsamen Rettungsübung im Kessel wurde in zwei Teams gearbeitet. Der "Vortrupp" transportierte trockenes Material hinter den Siphon, bzw. verlegte eine Arbeitsleine. Der "Bergetrupp" sollte den Verletzten aus der Höhle bringen und die Leine wieder aus der Höhle entfernen. Da sich aufgrund einiger technischer Schwierigkeiten längere Verzögerungen ergaben, wurde aber dann auf die Bergung verzichtet.
Insgesamt war das Treffen sehr erfolgreich. Ein weiterer Workshop für Herbst 2009 geplant.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Neues aus dem Iran

Am 01.05.2009 wurden die Vermessungsarbeiten in der Ghar-e-Bournic fortgesetzt.

Teilnehmer: Morteza Ahooe, Ernest Geyer, Morteza Jahri, Alireza Moradi, Ahmad Reza Motahari, Payman Sabet Tabar.

Das Ziel dieser Tour war die Erforschung und Vermessung der Seitengänge in den großen Hallen. Es wurde ein Seitengang in der Fledermauskammer, der nun eine weitere Verbindung in die Stalagmitenhalle bildet, vermessen. Dort wurden zwei weitere Seitengänge vermessen. Ein Gang, der in der Mitte der Halle ansetzt, endet nach 20 m an einem Versturz. Die zweite Fortsetzung am nordwestlichen Hallenende geht in einen 60 m tiefen Direktschacht über, der nach 10 m in eine große Kluft einmündet (8 m breit, ca 50 m lang). Die gesamte Schachtwand ist mit Sinterbildung und keine Stalagmiten überzogen. Am Schachtboden setzt ein Gang an, der in einen Hallenbreich mit weiteren Fortsetzungen führt. Hier befindet sich mit -142 m der derzeit tiefste Punkt der Höhle. Trotz der Großräumigkeit dieser Höhlenteile war hier wieder eine sehr deutliche Wetterführung bemerkbar.

Weiters wurde mit der Vermessung des steil nach oben fühenden Ganges im Eingangsbreich begonnen. Der letzte Vermessungpunkt bildet mit 18 m über dem Eingang den höchsten Punkt der Höhle. Diese Passage setzt sich weiter nach oben fort.

Die aktuelle Länge der Höhle erhöht sich auf 2.226 m bei einer neuen Niveaudifferenz von 160 m (-142m, +18m). Die Forschungen werden im Herbst 2009 fortgesetzt.

Neulandsuche im Winterschacht

Der sich im Bereich der Schipiste am Lawinenstein befindliche Winterschacht weist eine deutliche Bewetterung auf. Der Schachteingang ist auch bei hoher Schneelage immer ausgeblasen.

Da wir vermuten, durch diesen Schacht eventuell Zugang zu einer größeren Höhle zu bekommen wurde am 19. April eine Forschungstour von Peter Jeutter und Robert Seebacher unternommen.
Da der Liftbetrieb bereits eingestellt war, erfolgte der etwa 20 minütige Zustieg mittels Tourenschi.

Hinter dem etwa 1x2 m großen Eingang bricht der Schacht in zwei geräumigen Stufen bis auf eine Tiefe von etwa 50 m ab. Dort war geplant, eine über 10 m hohe Kluft zu erklettern. Leider war der Tropfenfall an dieser Stelle bereits so kräftig, dass wir auf die Erkundung dieser interessanten Fortsetzung verzichteten.

In etwa 30 m Tiefe befindet sich an der Schachtwand aber eine weitere, ausgesetzte Fortsetzung. Diese war aber mit Hilfe der Akku-Bohrmaschine rasch gewonnen. Leider endet der erreichte Gang bereits nach 10 m an einem Versturz. Über einen engen Mäander konnte von dort noch wieter nach oben vorgedrungen werden. Dort musste jedoch an einer unüberwindlichen, leicht bewetterten Engstelle umgekehrt werden.
Die Tour brachte zwar noch nicht den erhofften Zustieg, es konnte aber eine der möglichen Fortsetzungen untersucht und abgeschlossen werden.

Freitag, 13. März 2009

Forschungen im Iran

Zum Jahresausklang und -anfang wurden am 31.12.2008 & 09.01.2009 die Vermessungen in der Ghar-e-Bournic von Mehran Hamidi und Ernest Geyer fortgesetzt.
Folgende Höhlenteile wurden vermessen:
Der Windgang [Kuran], ein kurzer Gang mit sehr starker Wetterführung, der die Verbindung der Großen Halle [Talar-e-Bozorg] zur Kerzenhalle [Talar-e-Sham] bildet.
Die Kerzenhalle mit den Seitengängen, die Fledermauskammer [Otagh-e-Khoffash] sowie die Stalagmitenhalle [Talare Stalagmite].
Insgesamt konnten 998,6 m vermessen werden.
Die Gesamtlänge der Höhle erhöht sich auf 2.021 m bei einer neuen Niveaudifferenz von ±104,3 m. Im gesamten Höhlenbereich konnten Fledermäuse beobachtet werden. Die Vermessung der Höhle wird 2009 fortgesetzt.

Montag, 9. März 2009

DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem „Schacht- forschung wie in alten Zeiten – tiefe Schächte und händisch Spitteln“

Von 05. bis 06. März 2009 unternahmen Peter Jeutter und Robert Seebacher einen weiteren, insgesamt 10-stündigen Vorstoß in das im Herbst neu entdeckte Schachtsystem im Ozonloch.

Nachdem mit dem Sessellift auf die Tauplitzalm gefahren wurde, erfolgte der über 2-stündige Zustieg zum Eingang mit Tourenschi. Der auf knapp 2000 m Seehöhe gelegene Höhleneingang wurde anschließend ausgeschaufelt. Gott sei Dank liegt dieser auf einer Kuppe, so dass die in den letzten Wochen gefallenen Schneemassen abgeweht wurden und nur etwa 160 cm tief gegraben werden musste. Nachdem dann noch ein Zelt aufgebaut wurde, stieg man um 15:15 Uhr in die Höhle ein.

Rasch war die Engstelle in 158 m Tiefe erreicht. Mit einem Spitzmeißel gelang es hier noch einige störende Felsnasen zu entfernen um den senkrechten Spalt auf etwas „angenehmere“ Dimensionen zu erweitern.
Beim im November 2008 erreichten Endpunkt in einer Tiefe von 233 m war die Verankerung bereits gebohrt und so gelang es rasch, nach Schlagen eines weiteren Spits einen kleinen Zwischenboden zu erreichen. Dieser befindet sich bereits in einer Tiefe von 266 m. Somit ist die Direktstufe des Saurierschachts 94 m tief.
Am Rand des Bodens bricht jedoch ein weiterer, sehr tiefer Schacht mit schönen runden Profilen von etwa 5-7 m Durchmesser ab. Mit nur 2 weiteren von Hand geschlagenen Spits gelang es zügig die 71 m tiefe Stufe zu überwinden. Daher nannten wir diesen Abstieg „Schacht der alten Zeiten“. Von der geöffneten Engstelle bis hier überwindet die beeindruckende Schachtfolge nur durch 2 Absätze unterbrochen eine Höhe von 177 m.

Am Schachtgrund ändert sich der Höhlencharakter grundlegend. Die schönen senkrechten Schachtbrunnen gehen hier in einen durch weitere kleine Stufen unterbrochenen Canyon über. Weiters wird eine verbrochene phreatisch überformte geräumige Kluft angeschnitten. Für die anschließende 12 m-Stufe reichte das Seil gerade noch, eine weitere geneigte 15 m-Stufe musste über eine Seitenkluft umgangen werden. Darunter gelangte das Team in phreatische Röhren, welche weiter in die Tiefe ziehen. Hier erreichten sie auch den bisher tiefsten Punkt in diesem Höhlenast bei -387 m. Dies entspricht einer Seehöhe von 1608 m. Hier fehlen also nur noch etwa 50 m Niveau zum in diesem Gebiet ausgeprägtesten Horizontalniveau-1550. Ein bewetterter 10 m-Schacht und einige kleine Gänge warten weiter auf ihre Erforschung. Auch die angeschnittene Kluft und einige Ansätze in den Schächten bergen Potential für weiteres Neuland. Die sehr starke Wetterführung lässt auf interessante Entdeckungen hoffen. Aus diesem Grund bleiben die Seile für einen weiteren Vorstoß eingebaut.

Nach einem reibungslosen Aufstieg erreichte man um etwa 01.15 Uhr den Eingang und das schützende Zelt.
Insgesamt konnten bei dieser Tour 242 m Neuland vermessen werden. Die Gesamtlänge des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems stieg auf 21.682 m.