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Samstag, 22. Juli 2017

Voodoo-Canyon nun über 4 km lang

Von 13.-16. Juli 2017 unternahmen die VHO-Mitglieder Heidrun André (D), Andreas Glitzner (A), Rebecca Lawson (GB), Pauline Oberender (A) und Robert Seebacher (A) eine 69-stündige Tour in den Voodoo-Canyon (1543/225) am Dachstein. Am ersten Tag erfolgte der Abstieg bis ins Fakir-Biwak, welches 235 m unter dem Eingang gelegen, wieder den Stützpunkt für die gesamte Tour darstellte. Um zum Eingang zu gelangen, musste vom Hallstätter-Gletscher aus erneut die rund 130 m hohe Abseilstrecke durch die Dachstein-Südwand eingerichtet werden.

Der Zustieg erfolgt über den Hallstätter-Gletscher. Foto: R. Seebacher
Das Fakir-Biwak. Foto: R. Seebacher
Am zweiten Tag erfolgte der Abstieg zur Voodoo-Master-Halle in 600 m Tiefe. Dort wartete die Fertigstellung des bei der letzten Tour begonnenen Aufstieges zu einem Gangfenster. Während ein Team (Andreas, Rebecca und Pauline) diese Aufgabe übernahm, stiegen Heidi und Robert 220 m weiter oben in einen noch unerforschten Canyon ab. Wie bereits aufgrund der Messdaten vermutet, konnte hier nach rund 50 m die Verbindung zu bereits bekannten Höhlenteilen hergestellt werden. Nachdem diese Strecke vermessen und gleich wieder ausgebaut wurde, traf sich das gesamte Team in der Voodoo-Master-Halle.
Einer der zahlreichen Canyon-Abstiege in Richtung Voodoo-Master-Halle.
Foto: R. Seebacher
Blick durch das erkletterte Fenster in Richtung Voodoo-Master-Halle.
Foto: R. Seebacher
Das Gangfenster war rasch erreicht. Leider setzte sich die Höhle dahinter aber als weiter steil ansteigender Canyon fort und weitere Kletterstellen mussten überwunden werden. Nach einem letzten technischen Aufstieg von 15 m gelang es schließlich den Boden eines riesigen, weit über 80 m hohen Schachtraumes zu erreichen. Hier schien die Tour ihr Ende zu nehmen. Lautes Wasserrauschen führte aber dann zur Entdeckung eines engen, abzweigenden Canyons. Dieser mündet in ein wieder nach unten ziehendes, leicht wasserführendes Schachtsystem. Das starke Wasserrauschen ist hier aus einem weiter nach oben führenden Canyon zu vernehmen. 

Neu entdeckter, riesiger Schachtraum. Foto: R. Seebacher

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit musste die Tour an dieser Stelle abgebrochen werden und das Team stieg aufgrund der schönen Entdeckung guten Mutes wieder bis zum Biwak auf.

Am nächsten Tag erfolgte schließlich die Erforschung des neuen Schachtsystems. Mit schönen, bis zu 30 m tiefen Stufen führt dieser Höhlenteil in die Tiefe. Die Hoffnung war groß, den Versturz der Voodoo-Master-Halle auf diesem Wege umgehen zu können um weiter in Richtung Südwandhöhle vorzudringen. Leider teilt sich die Passage aber nach rund 100 m in einer Gesamttiefe von 610 m in zwei enge Äste. Eine Passage ist durch einen Versturz blockiert, die andere endet in einem sehr kleinen Siphon. 

Einrichten einer Umsteigstelle im neuen Schachtsystem. Foto: R. Seebacher

Enttäuscht stieg das Team wieder auf und widmete sich nun dem Canyonaufstieg in Richtung Wasserrauschen. Hier war es notwendig, über 20 m durch teilweise enge und lehmige Passagen aufzuklettern. Schließlich konnte erneut der Boden eines großen Schachtes erreicht werden. Der durch den Schacht herabstürzende Bach verschwindet hier leider in einer engen Spalte. Ein weiteres Schachtsystem nach unten konnte also nicht gefunden werden.

In der Zwischenzeit hatte es rund 20 cm geschneit, wodurch der Aufstieg
durch die Südwand erschwert wurde. Foto: R. Seebacher
Es gelang bei diesen aufwändigen Forschungen 420 m, großteils schwieriges Neuland zu erkunden und zu vermessen. Die dokumentierte Gesamtlänge des Voodoo-Canyons stieg auf 4354 m, die Niveaudifferenz blieb mit +- 723 m unverändert.
Die erhoffte Tiefenfortsetzung konnte zwar gefunden werden, leider endet diese aber frühzeitig. Eine Fortsetzung in Richtung Südwandhöhle dürfte in diesem Bereich nicht bestehen. Es bleibt nun nur noch den Versturz in der Voodoo-Master-Halle nochmals genauer abzusuchen, bzw. viel höher in der Höhle nach Fortsetzungen zu suchen.
Herzlichen Dank den Planai-Hochwurzen-Bahnen für die logistische Unterstützung.




Mittwoch, 31. Juli 2013

Schwieriges Neuland im Voodoo-Canyon

Von 30. Mai bis 02. Juni 2013 unternahmen Heidrun André, Alex Klampfer und Robert Seebacher eine viertägige Biwaktour in den Voodoo-Canyon (1543/250 a-c).
Ziel waren diesmal hauptsächlich Schlotfortsetzungen im tieferen Bereich der Höhle.
Am ersten Tag erfolgte der Zustieg zum Biwak, welches in einer Tiefe von 240 m liegt. Dazu musste diesmal die Abseilpiste in der Dachstein-Südwand bei sehr winterlichen Bedingungen und starkem Schneesturm eingerichtet werden. Der weitere Zustieg ins Biwak gestaltete sich jedoch vollkommen problemlos.
Am nächsten Tag stiegen die drei zuerst bis zur Equinox (-418 m) ab. Dort konnte ein 20 m hoher, stark bewetterter Schlot bezwungen werden. Leider führt oberhalb nur ein Canyon weiter steil in die Höhe. Einen Zugang zum erhofften, abwärts führenden Schachtsystem gibt es hier also scheinbar nicht.
Anschließend erfolgte der Abstieg bis in 600 m Tiefe, wo in der Voodoo-Master-Halle ein weiterer großer technischer Aufstieg auf das Team wartete.
Nach einer 15 m hohen, senkrechten Wand erfolgte eine 30 m lange luftige Traverse zu einem kleinen Standplatz. Von dort konnte ein sichtbarer Zwischenboden leider gerade nicht mehr erreicht werden. Alle Bohrhammer-Akkus waren leer. An diesem Punkt muss also  bei der nächsten Tour weitergearbeitet werden. Ob hier ein Zugang zu einem weiter in Richtung Südwandhöhle hinabführenden Schachtsystem möglich ist, wird sich also erst bei der nächsten Unternehmung zeigen.
Am zweiten Forschungstag widmete man sich schließlich der Erforschung eines bei -212 m ansetzenden aktiven Schachtsystems, den Resetschächten. Hier gelang es über mehrere Stufen 70 m tief bis auf -282 m abzusteigen. Endpunkt war ein weiterer, geräumiger Schacht, welcher einen guten Ansatzpunkt für weitere Forschungen bietet.
Der Rückweg am 4. Tag war eine besondere Herausforderung. Bei starkem Schneetreiben und etwa 1 m Neuschnee musste der Weg durch die Südwand und über den Gletscher bis zur Bergstation der Seilbahn bewerkstelligt werden. Ein großes Dankeschön an die diensthabende Mannschaft der Dachstein-Seilbahn, welche extra für uns diese  in Betrieb nahm und uns so die Heimreise ermöglichte.

Die vermessene Gesamtlänge des Voodoo-Canyon stieg um 103 m auf 3.938 m. Die Tiefe blieb mit +- 723 m leider unverändert.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Wieder Neuland in der Südwandhöhle am Dachstein

Nach einer längeren Forschungspause wurde nun von 07.-10. April 2013 wieder eine Forschungstour in die Südwandhöhle (1543/28) am Dachstein durchgeführt.
Die Teilnehmer waren: Heidrun André, Andreas Glitzner, Lukas Plan und Robert Seebacher.
Am ersten Tag wurde mit Tourenschi bis zum Eingang aufgestiegen. Anschließend erfolgte der mehr als 9-stündige Marsch ins Brummröhren-Biwak, welches weit im Inneren der Höhle den bisher entlegensten Forschungsstützpunkt darstellt. Das Biwak befindet sich etwa unterhalb des Gipfels des Niederen Dachsteins (2934 m) und weist eine gewaltige Gesteinsüberdeckung von rund 1.500 m auf.
Am nächsten Tag erfolgte der etwa 2-stündige Marsch zum Neuland, einem Schlot und einem Gangfenster. Der Zustieg führte über die 1,5 km lange, unter dem Gosaugletscher verlaufende Gangfolge (Gosauschleichweg, Nirwana, Windluckengang). Die vorwiegend sehr großräumigen Passagen sind durch mehrere, teils unangenehme Schlufstrecken unterbrochen.
Über eine kurze erbohrte Traverse gelang es schnell einen in Richtung Süden ziehenden Gang zu erreichen. Der mit feuchtem Lehm bedeckte Gang konnte 60 m weit, bis zu einem Versturz erforscht und vermessen werden. Nach der Entfernung einiger Blöcke gelang es nach relativ kurzer Zeit das Hindernis zu überwinden. Hinter dem Versturz befindet sich eine kleine Halle mit einer noch unerforschten, steil nach oben ziehenden Fortsetzung.
Am Ende des Winluckenganges befindet sich der Schlot „Was soll denn sein“, welcher eine ganz spezielle Herausforderung darstellte. Mit Hilfe eines Akku-Bohrhammers musste im teilweise senkrechten Schlot 42 m hoch aufgestiegen werden. Leider befindet sich darüber ein chaotischer Versturz, dessen Überwindung bisher noch nicht gelang. Dennoch konnte hier mit 4.476 m der bisher am weitesten vom Eingang entfernte Punkt in der Südwandhöhle erreicht werden.
Der zweite Forschungstag erbrachte die Erkletterung eines weiteren, über 20 m hohen Schlotes. Hier war aber leider das restliche Seil zu kurz, um weiter vordringen zu können.
Am tiefsten und zugleich nördlichsten Punkt der Höhle gelang es nach der Überwindung einer kurzen Schlufstrecke einen kleinräumigen, stetig in Richtung NO ziehenden Gang zu erforschen. Nach rund 200 m Vermessung musste wegen Zeitmangels auf offener Strecke umgekehrt werden. Die Passage ist akut Hochwassergefährdet und dürfte in der warmen Jahreszeit durchgehend eine Siphonstrecke bilden. Eine weitere Erforschung ist also nur im Winter möglich, bietet aber eventuell den Zugang in weitere nordwärts ziehende Höhlenteile.
Obwohl der große Durchbruch weiter auf sich warten lässt, mussten dennoch einige durchaus erfolgversprechende Fortsetzungen zurückgelassen werden.
Die Vermessung von Reststrecken am letzten Tag der Tour erbrachten schließlich weitere 200 m, wodurch sich die vermessene Gesamtlänge der Südwandhöhle um 600 m auf 10.904 m erhöhte. Die Horizontalerstreckung stieg geringfügig auf 1.425 m.

Bilder: A. Glitzer, R. Seebacher

Freitag, 4. Mai 2012

Voodoo-Canyon wird etwas tiefer

Von 28. April bis 01. Mai 2012 wurde schließlich eine weitere, 4-tägige Unternehmung in den Voodoo-Canyon durchgeführt. Diesmal waren Heidrun André (D), Andreas Glitzner (A), Peter Jeutter (D) und Robert Seebacher (A) beteiligt.

Aufgrund des bereits eingerichteten Biwaks gestaltete sich der Zustieg viel einfacher, da diesmal lediglich Verpflegung und Befahrungsmaterial mitgenommen werden musste. So war am ersten Tag der das Fakir-Biwak schnell erreicht. Am Nächsten Morgen stieg das Team bis zum tiefsten Punkt der Höhle ab um im Endversturz nach möglichen Fortsetzungen zu suchen. Nachdem dort einige große Blöcke zur Seite geräumt wurden, gelang es tatsächlich, einen Zugang in einen weiteren Schacht zu öffnen. Am Grund der 20 m tiefen Stufe endet die Höhle aber leider hoffnungslos verstürzt in einer Tiefe von 661 m. Dieser Punkt liegt nur noch etwa 200 Höhenmeter vom direkt darunter liegenden Gletscherschlot der Südwandhöhle (1543/28) entfernt, was die Enttäuschung über das Ende um so größer machte.
 Beim Aufstieg untersuchte das Team die ausgedehnte Versturzzone im Hallenboden der Voodoo-Master-Halle, sowie zwei Gangfenster in der Hallenwand. Ein Fenster führte nur etwa 10 m über dem Hallenboden in einen kleinräumigen, leicht bewetterten Schacht. Leider endet dieser nach 20 m an einer unüberwindbaren Engstelle. Das zweite Fenster befindet sich im Bereich der Abseilstelle in die Halle und liegt etwa 35 m über dem Hallenboden. Durch starkes Pendeln gelang es die Fortsetzung zu erreichen. Der nur etwa 2 m lange Gang bricht jedoch gleich wieder in die Voodoo-Master-Hallo ab.
Am Zweiten Forschungstag wurden mehrere Fortsetzungen bei der Equinox und im Schacht Back to black untersucht. Ein aussichtsreicher, bei – 415 m ansetzender Canyon endete bereits nach nur 15 m an einer Engstelle. Ein in der Mitte der Stufe Back to Black gelegenes Schachtfenster führte in einen 36 m tiefen Schacht, der sich in zwei Äste teilt. Leider enden beide Ansätze jeweils an unüberwindbaren Engstellen.
Insgesamt wurden bei dieser Tour 145 m Neuland vermessen, wodurch sich für den Voodoo-Canyon eine neue Gesamtlänge von 3.835 m ergibt. Die Niveaudifferenz erhöhte sich auf +- 723 m (+ 62 m, - 661 m).
Leider setzt sich das Schachtsystem am tiefsten Punkt der Höhle nicht weiter fort. Auch die untersuchten höher gelegenen Ansätze brachten keinen Durchbruch, wodurch die erhoffte Verbindung zur Südwandhöhle wieder in größere Ferne rückt. Dennoch bleiben einige - wenn auch schwierig erreichbare – Fortsetzungen zurück. Bei künftigen Touren ist es nun also wieder notwendig mit technischer Kletterei ausgesetzte Wandfenster und Schlote zu bezwingen. Wir werden jedoch nicht aufgeben und weiter versuchen, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Samstag, 31. März 2012

Erfolgreicher Tiefenvorstoß im Voodoo-Canyon

Von 15. bis 18. März 2012 unternahm ein 5-köpfiges Team des VHO eine weitere, insgesamt 68-stündige Forschungsexpedition in den Voodoo-Canyon (1543/250 a-c).
Dies waren Heidrun André (D), Andreas Glitzner (A), Rebecca Lawson (UK), Peter Jeutter (D) und Robert Seebacher (A).
Nachdem mit der Hunerkogel-Seilbahn bis zum Gletscher hinaufgefahren wurde, erfolgte der anstrengende Materialtransport zur Abseilpiste. Dabei leistete ein Expeditionsschlitten wertvolle Dienste.
Anschließend musste die etwa 150 m lange Abseilpiste durch die Dachstein-Südwand bis zum Höhleneingang eingerichtet und der Höhleneingang frei gegraben werden. Lawinenabgänge, hervorgerufen durch die starken Schneefälle des vergangenen Winters hatten den Eingang vollkommen verlegt.
Mit insgesamt 10 Schleifsäcken erfolgte schließlich der Abstieg bis zur Halle „Herz aus Gold“, welche 235 m unter dem Eingang gelegen, den einzig möglichen Biwakplatz darstellt.
Als ein besonderes Nadelöhr stellte sich die Engstelle „Voodoo-Chilly“ in 62 m Tiefe heraus.
Der Biwakplatz musste zuerst eingeebnet werden. Der steinige Boden erlaubte jedoch lediglich eine halbwegs akzeptable Lösung und so wurde für das Camp spontan der Name „Fakir-Biwak“ vergeben.
Ein Problem stellte auch die Wasserversorgung dar. Aufgrund der großen Trockenheit mussten in der Biwakhalle „Herz aus Gold“ Planen aufgespannt werden um das spärliche Tropfwasser zu sammeln.
Am nächsten Tag erfolgte der erste Vorstoß weiter in die Tiefe. Der Seilrest am Umkehrpunkt der letzten Tour bei – 386 m reichte genau, um den Boden des Schachtes „Back to black“ zu erreichen. Hier befindet man sich bereits 420 m unter dem Eingang und hat genau die Hälfte der Strecke in Richtung Südwandhöhle überwunden („Equinox“).
Anschließend folgten zwei kleinere Canyonstufen (10 m u. 11 m) und eine kurze Verengung. Dahinter weitet sich der Höhlenraum aber wieder auf sehr große Dimensionen und bricht mit einem Querschnitt von 30 x 8 m, 60 m senkrecht in den „Drei-Nationen-Schacht“ ab. Ein weiterer 14 m tiefen Abstieg brachte das Team dann auf einen Blockboden in bereits über 500 m Tiefe.
Von dort blickt man in einen gewaltigen Schachtraum, der sich rasch auf Hallendimensionen aufweitet. Das restliche mitgebrachte Seil reichte nicht, um den Boden zu erreichen. Dennoch lag die an diesem Tag erreichte Tiefe bereits bei 560 m.
Am zweiten Forschungstag stieg das 5-köpfige Team erneut in die Tiefe ab. Diesmal wurden weitere 160 m neues Seil mitgenommen.
Rasch war damit der insgesamt 77 m tiefe Abstieg in die „Voodoo-Master-Halle“ eingerichtet. Die anschließende Vermessung der beeindruckenden Halle ergab eine Grundfläche von 40 x 60 m bei einer Höhe von über 80 m. Am Nordostende des Raumes erlaubte ein 8 m tiefer Abstieg den Zugang in eine massive Versturzzone unter dem Blockboden.
Dieser, nun sehr schwierige und teilweise auch gefährliche Weg brachte das Team weitere 40 Vertikalmeter unter den Hallenboden. Dort stoppte 645 m unter dem Eingang ein vollkommener Verbruch den Vorstoß. Ob hier irgendwo ein Durchstieg durch diese Versturzzone möglich ist, wird bei weiteren Touren zu klären sein.
Die Entfernung zu den direkt darunter liegenden Teilen der Südwandhöhle (1543/28) verringerte sich auf etwa 250 m.
Die Niveaudifferenz des Voodoo-Canyon beträgt nun bereits +- 707 m, wodurch die Höhle zu den tiefsten des gesamten Dachsteinmassivs zählt. Die vermessene Gesamtlänge stieg um 500 m auf 3.689 m.

Donnerstag, 29. September 2011

Weiterer Tiefenvorstoß im Voodoo-Canyon

Am 25. und 26.09.2011 wurden von Heidrun André, Neil Pacey und Robert Seebacher zwei Forschungstouren in den Voodoo-Canyon (1543/225 a-c) durchgeführt. Vorrangiges Ziel war die weitere Erforschung des Tiefensystems, welches erst am vorletzten Tag des Forscherlagers „Sub-Glacies-2011“ im August dieses Jahres entdeckt werden konnte.
Am ersten Tag musste zuerst die Abseilpiste in der Dachstein-Südwand eingebaut werden. Dann ging es in den Höhlenteil „Neuer Weg“, wo im Bereich „Don´t panic“ ein stark bewetterter Canyon und ein Gang auf 81 m Länge erforscht und vermessen werden konnten. Weiters wurden sämtlichen Seile (200 m) und Verankerungen aus diesem Höhlenteil ausgebaut und bis zum Eingang mitgenommen. Als bewährtes Quartier diente wieder die Seethalerhütte auf 2740 m Seehöhe.
Am zweiten Forschungstag stand ein langer Vorstoß ins Schachtsystem „The dark side of the wall“ und dessen Fortsetzung, dem „Südwand-Canyon“ auf dem Programm.
Schwer bepackt musste das Team zuerst die drei Engstellen des „Voodoo-Chilly“ überwinden, bevor es durch geräumige Schächte und Canyons zum Umkehrpunkt bei – 272 m hinunterging.
Der Vorstoß in den „Südwand-Canyon“ wurde mit insgesamt 260 m Seil, 30 Verankerungen und 2 Bohrli-Akkus durchgeführt. Leider gestaltete sich die Forschung schwieriger als erwartet, da viele kleine Stufen (3-10 m) im Canyon eingebaut werden mussten. Die insgesamt 65 m tiefe riesige Schachtstufe des „Donnerschachtes“ entlohnte jedoch alle Mühen.
Auf dessen Sohle war ein Kletteraufstieg von 9 m erforderlich, um wieder in den Hauptcanyon zu gelangen. Dieser zieht wieder mit kleineren Stufen weiter in Richtung Westen.
Plötzlich tat sich erneut ein riesiger Schachtraum auf (Back to black). Mit den letzten drei Verankerungen gelang es noch 18 m in den riesigen Schacht abzuseilen. Dann war Schluss. Die erreichte Tiefe am Umkehrpunkt beträgt 386 m. Der Schacht ist mindestens 60-70 m tief und es konnte ein gewaltiger Canyonraum eingesehen werden.
Die Entfernung zu den direkt darunter liegenden Teilen der Südwandhöhle (1543/28) verringerte sich auf etwa 500 m.
Die neue Tiefe des Voodoo-Canyon beträgt durch die akutllen Forschungen nun +- 447 m. Die vermessene Gesamtlänge stieg um 317 m auf 3.189 m.

Mittwoch, 7. September 2011

Forschungswoche "Sub-Glacies IV" am Dachstein

Von 13. bis 21. August 2011 fand bereits zum vierten Mal eine Forscherwoche im Bereich des Dachstein-Südrandes und des Hallstätter-Gletschers statt. Als bewährter Stützpunkt des Folas "Sub-Glacies IV" diente wieder die Seethaler-Hütte auf 2740 m Seehöhe.
Folgende Personen waren an den Forschungen beteiligt:
Heidrun André (9 Tage), Ernest Geyer (5 Tage), Andreas Glitzner (5 Tage), Rebecca Lawson (9 Tage), Neil Pacey (9 Tage), Lukas Plan (2 Tage), Franz Schmidt (3 Tage) und Robert Seebacher (9 Tage).
Bei diesem Lager stand hauptsächlich die weitere Erforschung der Großhöhle Voodoo-Canyon (1543/225) im Vordergrund. Es sollte versucht werden die zahlreichen Fortsetzungen der Höhle aufzuarbeiten und diverse Hauptfortsetzungen zu lokalisieren. Dazu wurde meist mit mehreren Teams parallel gearbeitet. Es stellte sich dabei aber schnell heraus, dass viele der aussichtsreichen Fragezeichen keine lohnenden Fortsetzungen besitzen. Gearbeitet wurde in sämtlichen Bereichen der Höhle. Hinter dem Vogonenwurm gelang es neben der Aufarbeitung zahlreicher Nebenstrecken einen großen, stark bewetterten Canyon zu entdecken. Diese Passage führt in Richtung Norden, endet aber sehr versturzgeprägt an einem gefährlichen Aufstieg.
Im Bereich des Neuen Weges gelang es die Schlote der Sommerfrische zu bezwingen. Diese führen (+26 m und +30 m) zum bisher höchsten Punkt des Voodoo-Canyons auf + 62 m. Leider endet die extrem stark bewetterte Passage an unüberwindbaren Engstellen.
Am westlichsten Ende des Neuen Weges gelang die Entdeckung eines weiteren Einganges (1543/225 c), welcher in der zentralen Dachstein-Südwand ausmündet und von außen äußerst schwierig zu erreichen wäre.
Bei der selben Tour gelang es weiters einen stark bewetterten 32 m tiefen Schacht zu entdecken. Dieser mündet nach einem weiteren 12 m-Absteig in einen engräumigen Horizontalteil. Hinter einer Engstelle (Don´t panic) musste an einer weiteren Schachtstufe wegen Seilmangels umgekehrt werden.
Gegen Ende der Expedition erbrachte die Erweiterung einer extrem bewetterten Engstelle (Voodoo-Chilly) einen schönen Erfolg. Unmittelbar dahinter führt eine geräumige Schachtfolge in die Tiefe (The dark side of the wall; P 48, P 25, P 9, P 75, P 26, P 20, P 20). In nur zwei Vorstößen gelang es hier bis -272 m vorzudringen. Hinter einer 50 m langen, 20 m breiten und 40 m hohen Halle (Herz aus Gold) leitet ein geräumiger Canyon weiter in die Tiefe.
Insgesamt erbrachten die diesjährigen Forschungen im Voodoo-Canyon mehr als einen Kilometer Neuland, wodurch sich eine neue vermessene Gesamtlänge von 2.872 m ergibt. Die Niveaudifferenz erhöhte sich auf +- 334 m.
Die Suche nach neuen Eingängen in der Dachstein Südwand zwischen Dachsteinwarte und Südverschneidung verlief leider negativ.
Am Gjaidstein gelang es in zwei Aktionen das zentral in der Westwand gelegene Gjaidsteinloch (1543/212) zu erreichen und zu erforschen. Der Abstieg durch die Wand gestaltete sich sehr schwierig und konnte nur durch Funkeinweisung bewerkstelligt werden. Die Höhle selber konnte schließlich auf 29 m Länge erforscht und vermessen werden.
Gedankt sei an dieser Stelle Herrn Karl Höflehner von den Planai-Hochwurzen-Bahnen, sowie dem Hüttenwirt Wilfried Schrempf und seinem Personal für die freundliche Unterstützung des Forscherlagers.