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Mittwoch, 18. März 2020

Erfolg im Zuge des Tauplitzalm-Projektes; Durchbruch in der Bullenhöhle


Aufgrund der ungünstigen Wetterlage musste eine für Anfang März 2020 geplante Forschungstour in die tiefen Teile der Wildbaderhöhle abgesagt werden. Stattdessen unternahmen Andreas Glitzner, Christoph Peer und Robert Seebacher am 4. März eine insgesamt 11,5-stündige Tour in die Bullenhöhle. Diese sehr einfach erreichbare Höhle im Westteil der Tauplitzalm konnte im Jahre 2014 entdeckt und bis in eine Tiefe von 182 m erforscht werden. Dort wurde die Forschung durch einen massiven Lehmsiphon gestoppt. In regelmäßigen, oft sehr mühsamen Räumaktionen konnten bisher rund 30 m der mit zähem Lehm verlegten Passage freigelegt werden. Der Abraum musste dabei teilweise weite Strecken durch den Schluf hinaustransportiert werden.
Im freigelegten, über 30 m langen Lehmsiphon. Foto: R. Seebacher
Bei dieser 13. Grabungstour gelang es nun nach etwa 5 Stunden einen Durchschlupf in einen aufwärts führenden Schluf freizulegen. Dieser mündet unvermittelt in einen schönen, ständig  abwärtsführenden Gang mit bis zu 5 m Durchmesser. Bei einer ersten Erkundung konnten rund 120 m begangen werden. An einer Kletterstelle musste aufgrund von Seilmangel umkehrt werden.
Gang hinter der freigelegten Passage in rund 200 m Tiefe. Foto: R. Seebacher
Am 7. März unternahmen Heidrun André und Robert Seebacher eine 12-stündige Tour um die am 4. März erkundeten Teile zu dokumentieren. Anschließend konnte über einen schrägen, 30 m tiefen Seilabstieg ein sich zusehends verflachender, geräumiger Gang erreicht werden. Dieser zieht in Richtung SSO und ist von einem Gerinne durchflossen. Nach rund 130 m stoppte leider ein nasser und schlammiger Schluf in einer Tiefe von 248 m den Vorstoß.
Insgesamt konnten bei dieser Tour 313 m vermessen werden, wodurch sich die Gesamtlänge auf 976 m erhöhte.
Aktiver Gang bei -245 m. Foto: R. Seebacher
Bereits am 9. März 2020 erfolgte die nächste Forschungstour (Andreas Glitzner und Robert Seebacher). Bei dieser 12,5-stündigen Aktion konnte weiteres, interessantes Neuland erforscht und vermessen werden. Ein Kluftschacht führt zu einem Gerinne, welches bis zu einem sehr kleinen Siphon verfolgt werden konnte. Anschließend wurde der Schacht technisch gequert, was den Zugang zu wieder in die Tiefe führende, phreatische Gänge erschloss. Leider versinkt der schöne mit trockenem Lehm bedeckte Tunnel in einem Lehmsiphon. Dort befindet sich der neue tiefste Punkt der Höhle bei -256 m. Anschließend konnte noch ein über 100 m langer, wieder aufsteigender Gang bis zu einer Kletterstelle in Richtung Westen verfolgt werden.
Bei dieser Tour konnten weitere 304 m Neuland dokumentiert werden, wodurch sich die Gesamtlänge auf 1.280 m erhöhte.
Querung des gr. Kluftschachtes. Foto: R. Seebacher
Somit ist die Bullenhöle die mit Abstand längste und tiefste Höhle am Plateau der Tauplitzalm sowie in der Katastergruppe 1622. Mehrere noch unerforschte Fortsetzungen lassen auf weitere Entdeckungen hoffen. Es bleibt also spannend.

Beharrlichkeit hat sich wieder einmal ausgezahlt. Ich danke allen die aktiv an der Erforschung der Bullenhöhle mitgewirkt haben. Insbesondere jenen wenigen, die mich bei den stundenlangen, oft  frustrierenden und aussichtslos erscheinenden Grabungen unterstützt haben!

Montag, 16. April 2018

Erfolg im Zuge des Tauplitzalm-Projektes


Ende Jänner 2018 konnte bei einer Befahrung der Hemernbodenhöhle festgestellt werden, dass der Eisrückgang in den Eingangsteilen unaufhaltsam fortschreitet. Dadurch war es nicht möglich, wie geplant in die hinteren Höhlenteile vorzudringen, da der Eisboden unter dem 1. Aufstieg so tief abgeschmolzen war, dass eine Querung unmöglich wurde. Dafür konnte der seit Jahrzehnten zugeeiste westliche Gang wieder offen angetroffen werden. Ein Abstieg ohne Seil war bei dieser Tour aber nicht möglich.
Schöne Eisbildungen in der Eingangshalle der Hemmernbodenhöhle. Foto: R. Seebacher
Bei der Erkundung des Teiles im Februar wurde festgestellt, dass der 1977 begangene kleine Gang mit Eisboden lediglich die Deckenregion eines nun vollkommen freigeschmolzenen, großen Raumes war. Der so genannte Damenschacht endet in 27 m Tiefe verstürzt, bzw. zugeeist. Eine Traverse ermöglichte jedoch den Zugang zu einem stark bewetterten Kriechgang, der weiter schräg nach unten führt. Die Passage mündet in die „Matrix“ einen unübersichtlichen Teil mit mehreren Schloten und Gangansätzen wo sich die Wetterführung verliert. Hier musste bei der nächsten Tour der Weiterweg gefunden werden. Durch Ausräumen und Erweitern eines Schlufes gelang es von dort in den weiterführenden „Gefriergetrockneten Gang“ vorzudringen. In diesem mit Eis und Sinter schön dekorierten Gang verliert sich die anfangs starke Wetterführung allmählich erneut. Zwei Kletteraufstiege von 6 und 4 m führen zu einer Engstelle, die mühsam erweitert werden musste. Dahinter liegt die „Matrix reloaded“, ein verwinkelter, komplexer Höhlenteil mit mehreren Schloten. Das technische Erklettern zweier Schlote, sowie das Ausräumen von zwei Verstürzen erbrachten nicht den erhofften Durchbruch. Die Wetterführung verliert sich in zahlreichen unschliefbaren Spalten.
Schöne Eiskeulen in der Matrix. Foto: R. Seebacher
Am Ende des Gefriergetrockneten Ganges, noch vor dem Aufstieg zur erweiterten Engstelle konnte aber durch einen Rauchversuch festgestellt werden, dass der Luftzug teilweise durch ein verstürztes Bodenloch verschwindet. Durch mehrstündiges Ausräumen gelang es schließlich den kleinen Zugang zu einem 8 m tiefen Schacht und einen weiterführenden engen Canyon zu öffnen. Der Canyon ist sehr stark einwärts bewettert und verengt sich nach wenigen Metern auf nur etwa 10 cm Breite. Bei der nächsten Tour gelang es aber, diese Stelle in mehrstündiger Arbeit auf befahrbare Dimensionen zu erweitern. Wenige Meter dahinter brachte ein 7 m  Abstieg den Zugang zu einem weiteren Schacht  mit einem recht engen Einstieg. Darunter erweitert sich der 22 m tiefe, sehr schöne Schacht aber auf 5 m Durchmesser. Von dessen Boden führt ein weiterer, geräumiger, noch unerforschter Schacht in die Tiefe. Dieser, immer noch stark bewetterte Punkt befindet sich bereits 85 m unter dem Eingang und es scheint, dass an dieser Stelle tiefer ins Tauplitzalm-Plateau vorgedrungen werden kann. Möglicherweise gelingt hier sogar der Abstieg zum gesuchten Sammler des Gebietes.
Bemerkenswerte Sinterbildungen im Gefriergetrockneten Gang. Foto: R. Seebacher

Während der 8 Forschungstouren von Jänner bis April 2018 gelang es insgesamt 413 m Neuland zu dokumentieren, wodurch die Hemernbodenhöhle aktuell eine Länge von 618 m aufweist. Sie wird dadurch zur dritten Großhöhle des Tauplitzalm-Plateaus.
Folgende Personen waren an den bisherigen Forschungen beteiligt: Heidrun André (1), Christoph Peer (3), Sebastian Seebacher (4), Robert Seebacher (8)
Ein geräumiger 22 m Schacht führt zum bisher tiefsten erreichten Punkt der Höhle. Foto: R. Seebacher


Sonntag, 31. Dezember 2017

Kleiner Durchbruch in der Bullenhöhle

Der Eingang zur Bullenhöhle offnet sich am Plateau der Tauplitzalm. Foto: R. Seebacher
Am 29.12.2017 unternahmen Christian Huber, Christoph Peer und Robert Seebacher eine Tour in die Bullenhöhle auf der Tauplitzalm. Erneut war der End-Lehmsiphon in 180 m Tiefe Ziel der Unternehmung. Bei der letzten Aktion im März 2017 konnte im 2. Lehmsiphon eine Stelle erreicht werden, von der aus der kleine Gang wieder nach oben führt. Dieser Umstand nährte die Hoffnung auf einen möglichen baldigen Durchbruch.

Am Weg zum tiefsten Punkt der Höhle ist so manche Engstelle zu überwinden. Foto: R. Seebacher
Diesmal gelang es nach mehrstündiger Räumarbeit tatsächlich den Lehmsiphon 2 zu überwinden. Dahinter befindet sich ein rund 4 m langer, 1,5 m breiter und 4 m hoher Raum. Die weitere Fortsetzung ist aber leider wieder durch Lehm fast vollkommen verschlossen. Es ist nun aber möglich, die Lehmmassen in diesem Raum zu deponieren, was die weitere Arbeit enorm erleichtert. Bisher musste sämtliches Abraummaterial durch den freigegrabenen, über 10 m langen Schluf hinaus transportier werden. Es ist geplant, die Arbeiten an dieser Stelle bald fortzusetzen, da hier eine reelle Chance besteht den gesuchten Tauplitz-Aquifer zu erreichen.

Das Team im letzten größeren Raum vor dem Lehmsiphon. Foto: R. Seebacher

Mittwoch, 1. November 2017

Die Sagtümpelquelle; Renaturierung eines Naturjuwels

Rund 2,5 km nordöstlich der Ortschaft Tauplitz unweit der Straße zur Gnanitzalm befindet sich idyllisch im Wald gelegen der sagenumwobene „Sagtümpel“. Es handelt sich dabei um eine der in Österreich sehr selten anzutreffenden vauclusischen Riesenkarstquellen, was bedeutet, dass das Wasser aus einem tiefen Quellsee von unten emporgedrückt wird.
Die Wasserführung schwankt sehr dynamisch zwischen etwa 10 l/s und über 10 m³/s, wobei das Einzugsgebiet der Quelle weit nach Westen reicht und hauptsächlich das Plateau der Tauplitzalm umfasst. Bereits in den 1950er-Jahren bewiesen Markierungsversuche einen direkten Zusammenhang mit der Bachversickerung des Krallersees im Schnittlamoos, nördlich des Hollhauses. Das Wasser überwindet dabei einen Höhenunterschied von über 600 m bei einer Entfernung (Luftlinie) von fast 4 km. Das Wasser der Quelle fließt über den naturbelassenen Sagtümpelbach zum Tauplitzer Wasserfall, der mit einer herrlichen 30 m hohen Kaskade in den Grimmingbach stürzt.

Der Tauplitzer Wasserfall. Hier mündet der Sagtümpelbach in die Grimming. Foto: R. Seebacher
Aufgrund der großen Tiefe und des mystischen Aussehens des Sagtümpels rankt sich auch eine Sage um diesen magischen Ort. 


Leider wurde der rund 30 m lange, 15 m breite und 10 m tiefe Quelltopf im Jahre 1975 im Zuge der Wasserversorgung vollkommen mit Schotter verfüllt und zubetoniert. Seit in den 2000er-Jahren, die Trinkwasserentnahme aufgrund mangelnder Wassergüte jedoch eingestellt wurde, lag die Fassungsanlage brach und war dem Verfall preisgegeben.
Situation vor Projektbeginn. Foto: R. Seebacher
Die Idee für eine Renaturierung bestand bereits seit mehreren Jahren. Anfang 2016 gelang es nun über Initiative des Verfassers die Gemeinde Bad Mitterndorf und die Grundbesitzer dafür zu gewinnen. Das Vorhaben wurde mittlerweile als LEADER-Projekt angenommen. Nach Erteilung der erforderlichen Genehmigungen, wurde im Herbst 2016 mit der Renaturierung begonnen. Dazu war es erforderlich in aufwendiger Arbeit sämtliche Betonteile abzutragen, sowie mittels Spezial-Bagger den Quellsee wieder freizulegen. Anschließend musste der Wasserspiegel wieder auf die ursprüngliche Höhe um 3,5 m angehoben werden.
Freischremmen des Quelltopfes mit schwerem Gerät. Foto: R. Seebacher
Durch die gelungene Renaturierung entstand ein interessantes Ausflugsziel für Sommer- wie auch Winterspaziergänge in der Natur. Eine Aufbereitung des Umfeldes mit Bänken und Schautafeln, sowie die Anlage eines Rundweges zum Thema Karst, Wasser, Geologie und Höhlen ist geplant.
Der Sagtümpel könnte als Glücks- bzw. Kraftplatz mit beruhigendem Ambiente wieder ein
beliebtes Wander- und Ausflugsziel in Ortsnähe von Tauplitz werden.
Der naturnah gestaltete neue Überlauf des Quelltopfes. Foto: R. Seebacher

Der rund 10 m tiefe Quelltopf der Sagtümpelquelle. Foto: R. Seebacher
Eröffnung im Oktober 2017. Foto: S. Seebacher
Ziemlich genau nach einem Jahr konnte das Projekt abgeschlossen und nach einer würdigen Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben werden.

Robert Seebacher/Projektleiter

Freitag, 20. Oktober 2017

Wieder eine neue Höhle am Tauplitzalmplateau

Im Herbst 2017 widmete man sich intensiv einer im Winter immer freigeblasenen Stelle in der Nähe des Hemernbodens unweit der Zettler-Hütte auf der Tauplitzalm. In insgesamt 4 mehrstündigen Räumaktionen gelang es Christian Huber und Robert Seebacher, den Zugang zu einer neuen Höhle zu öffnen.
Der freigeräumte Eingang des Herbstloches. Foto: R. Seebacher
Erweiterte Engstelle unmittelbar nach dem Eingang. Foto: R. Seebacher
Hinter einer erweiterten Engstelle befindet sich ein kleinräumiger Gang, der bald in einen sehr schmalen Canyon übergeht. Nach der Erweiterung und Überwindung einer weiteren Engstelle gelang es noch ein paar Meter vorzudringen. Leider folgt bald eine unüberwindbare Verengung, welche der Erforschung des deutlich bewetterten Objektes ein jähes Ende setzte.
Das Herbstloch weist teilweise sehr schöne Raumformen auf. Foto: R. Seebacher
Insgesamt war es möglich in einer 5. Tour die auf Herbstloch (1622/85) getaufte Höhle auf 37 m Länge bei einer Niveaudifferenz von 8 m zu vermessen und zu dokumentieren.

Donnerstag, 23. März 2017

Weiterer Arbeitseinsatz in der Bullenhöhle

Im End-Lehmsiphon der Bullenhöhle auf der Tauplitzalm konnte zwar leider noch immer kein Durchbruch erzielt werden, die letzte Aktion lässt aber hoffen.

Rast in 180 m Tiefe. Foto: R. Seebacher
Am 20. März 2017 unternahmen Thomas Bayn, Daniel Haas, Axel Hack und Robert Seebacher eine insgesamt 12-stündige Tour in diese interessante Höhle. Die aufwändigen Räumarbeiten am momentanen Höhlenende wurden fortgesetzt. Dazu musste der ausgegrabene Lehm in Etappen etwa 20 m durch einen Schluf bis in eine kleine Halle transportiert werden. Insgesamt gelang es dabei zwei weitere Meter in die deutlich bewetterte Passage vorzudringen. Vom erreichten Endpunkt steigt der Gang nun steiler und wieder größer werdend an, was auf ein baldiges Ende der Lehmverfüllung hoffen lässt. Nebenbei konnte unter einem im Lehm steckenden Stein ein Höhlen-Pseudoskorpion entdeckt werden.

Sonntag, 19. März 2017

Neue Großhöhle am Tauplitzalmplateau

Der freigeblasene Eingang im Februar 2017. Foto: R. Seebacher
Am 20.12.2016 unternahm Robert Seebacher eine Forschungstour in die Hochklammhöhle am Südrand des Tauplitzalmplateaus. Nach der Auffahrt mit der 4er-Sesselbahn erfolgte der Zustieg mit Tourenschi zum Eingang. Erstes Ziel war ein Versturz am Grund eines Schachtes südlich des Guggendoms. Hier konnte aber ohne zusätzliches Werkzeug kein Durchbruch erzielt werden. Kleine  Steine fallen jedoch bereits in einen darunter liegenden Raum.

Abstieg durch die vergrößerte Engstelle.
Anschließend wurde der Schacht ausgebaut und mit dem Seil ein kleiner Abstieg hinter dem Guggendomversturz eingebaut. Auf dessen Grund befindet sich eine senkrechte Engstelle, durch die ein darunterliegender größerer Raum einsehbar war. Mit Treibkeilen konnte ein sperrender Block und eine Felsnase entfernt werden, wodurch der Abstieg gelang. Die Vermessung des scheinbar fortsetzungslosen Raumes erbrachte 23 m, wodurch die Hochklammhöhle auf über 500 m Länge kletterte und dadurch zur Großhöhle wurde.
Im Zubringercanyon zum Weihnachsgeschenk.
Die Freude über die neue Großhöhle wurde aber vorerst durch das Fehlen einer weiteren Fortsetzung getrübt. Bei einer abschließenden, nochmaligen genauen Inspektion konnte eine sehr enge, senkrecht nach oben führende Spalte gefunden werden. Bei der Erkundung der schwierigen Fortsetzung war es möglich in einen weiterführenden gerade nach Norden ziehenden Canyon zu gelangen. Die Passage wurde spontan „Weihnachtsgeschenk“ getauft. Nach rund 30 m und einer weiteren Engstelle mündet der Canyon unvermittelt in einen großen querverlaufenden Gang mit 3-5 m Breite und 2-8 m Höhe. Dieser teilweise schön versinterte Gang ist rund 100 m lang und endet nach oben an einem Versturz, bzw. nach unten an einem Lehmsiphon.

Eine am 12.02.2017 durchgeführte Vermessung und weiter Erforschung dieses Höhlenteiles durch Heidrun André und Robert Seebacher erbrachte schließlich 152 m Länge.

Die vermessene Gesamtganglänge der Hochklammhöhle kletterte dadurch auf  668 m. Sie ist also nicht nur zur Großhöhle geworden sondern nun auch vor der Bullenhöhle zur längsten Höhle im Bereich des Tauplitzalmplateaus. 
Schöne Gangprofile im neuen Höhlenteil. Foto: R. Seebacher

Dienstag, 9. Februar 2016

Teilerfolg im Endlehmsiphon der Bullenhöhle

Bei zwei langen Arbeitseinsätzen im Oktober 2015 und im Jänner 2016 gelang es den 180 m unter dem Eingang gelegene End-Lehmsiphon der Bullenhöhle zu öffnen. Dazu war es notwendig zwei große Blöcke mittels Treibkeilen zu zerlegen und mehrere Kubikmeter Lehm aus der Fortsetzung zu schaffen.

Nachdem der Lehmsiphon geöffnet wurde, setzte sogleich deutliche Wetteführung ein. Hinter einem ersten Sunk konnte bis in eine kleine Kammer vorgedrungen werden. Dort führt der Gang wieder nach unten und ist wieder fast zur Gänze mit Lehm verfüllt. Hier konnten etwa 3 m dieses Ganges freigelegt werden. Ob es hier möglich ist, zum Sammler des Tauplitzalm-Aquifers vorzudringen, wird sich bei der nächsten Tour zeigen.

Die Gesamtlänge der Bullenhöhle stieg durch diese Unternehmungen geringfügig auf 591 m.
Teilnehmer Oktober 2015: Christian Huber, Robert Seebacher 
Teilnehmer Jänner 2016: Andreas Glitzner, Christian Huber, Christian Knobloch, Iris Koller, Robert Seebacher

Samstag, 10. Oktober 2015

Einbau einer Messstation in der Bullenhöhle

Im Zuge des Speleotect-Forschungsprogrammes des Naturhistorischen Museums Wien konnte am 11.06.2015 durch Ivo Baron, Johann Stieg und Robert Seebacher in der Bullenhöhle eine Messstation eingebaut werden.

Johann Stieg beim Verlegen des Kabels für die Stromversorgung. Foto: R. Seebacher

Vom Parkplatz der Tauplitzalmstraße bis zur Messstelle in 30 m Tiefe wurde eine permanente Stromversorgung installiert. In diesem Zusammenhang sei den Tauplitzer Fremdenverkehrsbetrieben für die Anschlussmöglichkeit und die Bereitstellung der Energie recht herzlich gedankt.
  
Ivo Baron während der Installation des Messeinheit in rund 30 m Tiefe. Foto: R. Seebacher

An der Messstelle werden rezente tektonische Bewegungen der Bullenöhlen-Störung aufgezeichnet. Die Bullenhöhle ist eine von mehreren Standorten, verteilt in ganz Österreich. Die Erkenntnisse der Aufzeichnungen in Verbindung mit der Auswertung von Erdbeben sollen in Zukunft die Voraussage bevorstehender Erdstöße ermöglichen.



Donnerstag, 24. April 2014

Neuerlicher Durchbruch im Tauplitzalm-Projekt. Bullenhöhle reicht bis in große Tiefe.

Bei einer Tour am 21.03.2014 wurde die Fortsetzung am Grund des Faschingsschachtes in einer Tiefe von 79 m durch Robert und Sebastian Seebacher weiter erforscht. Ein teilweise sehr enger, trockener Canyon führt weiter in Richtung Süden, bis bei -90 m ein bedeutendes Gerinne in die Höhle eintritt. Dieser Bach begleitet die Forscher von diesem Punkt an weiter in die Tiefe. Nach der Überwindung eines nassen 7 m-Schachtes wurde die Erforschung am Beginn eines weiteren kleinen Abstieges abgebrochen. Es gelang bei dieser Tour 43 m Neuland zu vermessen und eine Gesamttiefe von 96 m zu erreichen.
Der 30 m tiefe Faschingsschacht. Foto: R. Seebacher
Erster kleiner Höhlenbach bei -90 m Tiefe. Foto: R. Seebacher
Eine weitere Erforschung fand am 31.03.2014 durch Heidrun André und Robert Seebacher statt. Nach der Überwindung einer weiteren 7 m tiefen Schachtstufe führt die Höhle als schmaler Canyon in den Berg. Hier war es möglich bis in eine Tiefe von 109 m abzusteigen. Die Höhle verengt sich an dieser Stelle jedoch auf nur noch 10-15 cm Breite. Über einen Aufstieg konnte ein lehmiger Firstgang entdeckt werden, welcher aber an einem Versturz endete. Nach kurzer Räumarbeit gelang es, in eine kleine Kammer abzusteigen. Leider stoppte dort ein weiterer Verbruch den Vorstoß. Bei dieser Tour wurden weitere 55 m vermessen, wodurch die vermessene Gesamtlänge der Bullenhöhle auf 315 m anwuchs.
Räumarbeiten im Firstgang bei - 100 m. Foto: H. André
Am 16.04.2014 unternahmen Peter Jeutter und Robert Seebacher schließlich die bisher letzte Tour in diese spannende Höhle. Ziel war es, zu versuchen den deutlich bewetterten Endversturz zu überwinden. Dazu musste in Rund 100 m Tiefe ein großer Block mittels Treibkeilen zerkleinert und mühsam entfernt werden. Dahinter folgte ein lehmiger Schluf, an dessen Ende nochmals Versturzmaterial ausgeräumt werden musste. 
Freigelege Engstelle. Foto: R. Seebacher
Dahinter öffnet sich die Höhle und führt geräumig weiter in die Tiefe. Nach mehreren kletterbaren Absätzen folgte ein 36 m tiefer, schräger Seilabstieg. Unterhalb des Abstieges ändert sich das Raumbild von hohen schmalen Profilen zu runden Gangquerschnitten. Der Bach ist in einem schmalen Bodencanyon eingeschnitten. Die Höhle führt ab hier als rund 3 m breiter und 2 m hoher lehmbedeckter Gang weiter steil nach unten. An einem Abbruch musste der Vorstoß wegen Seilmangels abgebrochen werden. Dieser Punkt befindet sich bereits 168 m unter dem Eingang. Insgesamt konnten bei dieser Tour 153 m Neuland vermessen werden, wodurch sich die Gesamtlänge der Bullenhöhle auf 468 m erhöhte.
Neu entdeckter Gangabschnitt bei etwa -160 m. Foto: R. Seebacher
Durch diese neuerlichen Forschungen ist die Bullenhöhle nun nicht nur die tiefste, sondern auch die längste Höhle in der Katastergruppe 1622. Die neuesten Entdeckungen und die große erreichte Tiefe nähren die Hoffnung, tatsächlich bald in den Hauptsammler (Kollektor) des Tauplitzalm-Aquifers vordringen zu können. Beim Bach in der Bullenhöhle handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich bereits um einen Oberlauf dieses großen unterirdischen Entwässerungssystems.

Dienstag, 11. März 2014

Neue Höhle - neuer Schwung für das Tauplitzalm Projekt

Im Jänner 2014 gelang es, bei einer weiteren Oberflächenbegehung am Plateau der Tauplitzalm eine neue Höhle zu entdecken.
Der schachtartige Eingang befindet sich in einem stark bewaldeten Areal, versteckt zwischen großen Bäumen. Die Tatsache, dass der Bereich 50 m westlich, bzw. östlich des Einganges bereits intensiv abgesucht wurde, zeugt davon, dass hier immer noch überraschende Neuentdeckungen möglich sind. 
Eingang in rund 1600 m Seehöhe. Foto: R. Seebacher
Nach dem Abschluss der Forschungen in der Hemmernbodenhöhle, bietet dieses Objekt nun einen neuen, hoffnungsvollen Ansatz auf der Suche nach einem Zugang zum vermuteten Tauplitz-Tiefenbach-Aquifer.
Mit bisher 6 Touren wurde die Erforschung dieses interessanten Objektes vorangetrieben. In einer Halle, am Grund eines 8 m tiefen Schachtes konnte in insgesamt 25 m Tiefe das Skelett eines Rindes gefunden werden. Daher erhielt das neue Objekt den Namen „Bullenhöhle“.
Räumarbeiten am 1. Versturz. Foto: H. André
Ein rund 50 m langer, trockener Gang endet leider tagnah an einem Versturz. Das Ausräumen einer total verlegten Spalte am Hallenboden ermöglichte jedoch den Zugang zu einem Canyon und einem neuerlichen Versturz. Die starke Wetterführung motivierte Heidrun André, Patrick Hautzinger und Robert Seebacher für eine weitere, ausgedehnte Aktion. Nachdem eine enge Kluft freigelegt, sowie ein darin verkeilter Block zerkleinert wurde gelangten die drei in einen weiterführenden Mäander. Auch hier musste eine Engstelle auf befahrbare Maße mühsam erweitert werden. Die enge Passage mündet in einen 26 m tiefen, geräumigen Schacht (Murmeltierschacht). Leider ist dieser am Schachtboden hoffnungslos verstürzt.
Traverse des Murmeltierschachtes. Foto: R. Seebacher
Bei der bisher letzten Tour traversierten Robert und Sebastian Seebacher den Murmeltierschacht und erreichten so einen weiterführenden, teilweise sehr engen Mäander. Dieser bricht schließlich in den 29 m tiefen, großräumigen Faschingsschacht ab. Auf dessen Grund setzt sich die Höhle wieder als Mäander weiter in die Tiefe fort.
Zugang zum Faschingsschacht. Foto: S. Seebacher
Insgesamt konnten bisher 217 m an Höhlenpassagen vermessen werden. Die Niveaudifferenz liegt bereits bei -79 m. Der starke Luftzug lässt hoffen, dass die Forschungen in dieser Höhle so bald nicht abgeschlossen werden können.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Vorläufiger Abschluss der Forschungen in der Hemmernbodenhöhle

Der Einstiegsschacht. Foto: R. Seebacher
Am 15. Dezember 2013 wurden die Tätigkeiten im Zuge des Forschungsprojektes Taupliltzalm fortgesetzt. Heidrun André und Robert Seebacher führten abschließende Vermessungen in der stark bewetterten Hemmernbodenhöhle 1622/23 durch. Dabei war es möglich 81 m an Reststrecken und Seitenteilen aufzunehmen. Abgesehen von einer möglichen Fortsetzung (Grabung) gilt die Erforschung der Hemmernbodenhöhle nun leider als abgeschlossen.

Teilweise sind im Winter schöne Eisbildungen anzutreffen. Foto: R. Seebacher
Die vermessene Gesamtlänge der Höhle beträgt 205 m bei einer Niveaudifferenz von 32 m.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Höhlenrettungs-Ausbildung auf der Tauplitzalm

Von 01.-03. Juli 2011 fand auf der Tauplitzalm die Höhlenrettungs-Ausbildung des Steirischen Landesverbandes statt.

Geübt wurde in verschiedenen Höhlen am Tauplitzalm-Plateau und an Stationen im Freien.
Neben Höhlenrettungs-Techniken standen auch Erste Hilfe und Raumerweiterunstechniken auf dem Programm. Insgesamt nahmen 30 Höhlenretter an der Ausbildung teil.

Die Einsatzstelle Bad Mitterndorf, welche diese Ausbildung plante und leitete war mit insgesamt 7 Personen an der Übung beteiligt.

Teilnehmer der Est. Bad Mitterndorf: Heidrun ANDRÉ, Peter JEUTTER, Christoph LECHNER, Rudolf RIESEMANN, Franz SCHMIDT, Robert SEEBACHER und Hans STIEG.

Freitag, 25. März 2011

DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem wächst weiter.

In der Zeit von 14. bis 17. März 2011 wurden die Forschungen im Höhlenteil Ozonloch, des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems fortgesetzt.

An der insgesamt 71-stündigen Biwaktour beteiligten sich diesmal Heidrun André, Lukas Plan und Robert Seebacher.

Am ersten Tag erfolgte der etwa zweistündige Aufstieg zum Eingang mittels Tourenschi. Anschließend hieß es mit dem umfangreichen Material bis zum Biwak in 462 m Tiefe abzusteigen. Der bestehende Schlafplatz musste etwas umgestaltet werden, da dieser für drei Personen nicht groß genug war. Dies gelang ohne nennenswerte Schwierigkeiten und einer ersten geruhsamen Biwaknacht stand nichts mehr im Wege.

Am nächsten Morgen stieg das Team bis zum Traglbach (-580 m) ab. Dort beginnt ein langer, ansteigender und teilweise sehr beschwerlicher Weg unter das Große Tragl hinein. Ziel der Tour war ein unerforschter Schlot am Ende des Gangverlaufes in einer Tiefe von rund 450 m. Vom Biwak bis dorthin dauert der Zustieg etwa 2 Stunden.


Der Schlot wurde bereits im Jänner 2008 bis auf eine Höhe von ca. 30 m erklettert. Nun wurde mittels Akku-Bohrhammer eine weitere, 26 m hohe, stark verlehmte Wandpartie bezwungen. Oberhalb gelang es einen horizontalen, in Richtung Nordosten ziehenden Gang zu entdecken. Jedoch stoppte nach wenigen Metern ein weiteres Hindernis den Vorstoß - diesmal eine Schachtquerung. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, entschloss man sich, dort am nächsten Tag weiterzumachen und beim Rückweg ins Biwak noch einige Reststrecken zu vermessen.
Am zweiten Forschungstag war die Schachtquerung dann schnell überwunden und das Team gelangte in die deutlich bewetterte Fortsetzung des Ganges. Dieser konnte etwa 150 m in Richtung NO, bis zu einem großen Schlot verfolgt werden. Auch in diesem Schlot gelang es mit Hilfe des Akku-Bohrhammers etwa 30 m bis zu einem Zwischenboden aufzusteigen. Leider führt die senkrechte Passage von dort noch mindestens 10 m weiter nach oben und die Forschung musste an dieser Stelle wegen Seilmangels abgebrochen werden. Der erreichte Endpunkt liegt bereits in einer Tiefe von „nur“ noch 386 m. Hier konnten zwei Fledermausskelette entdeckt werden, wovon eines aufgesammelt und gemeinsam mit weiteren Proben zur Bestimmung ans Naturhistorische Museum Wien übermittelt wurde.
Mehrere noch offene Fortsetzungen in diesem Bereich, lassen weiter hoffen, hier noch tiefer in Richtung Zentralplateau des Toten Gebirges vordringen zu können.

Diese Forschungsfahrt erbrachte insgesamt 465 m Neuland, wodurch die vermessene Gesamtlänge des DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystems auf 23.159 m anwuchs. Die Horizontalerstreckung des Systems erhöhte sich geringfügig auf 1.623 m.