Montag, 16. April 2018

Erfolg im Zuge des Tauplitzalm-Projektes


Ende Jänner 2018 konnte bei einer Befahrung der Hemmernbodenhöhle festgestellt werden, dass der Eisrückgang in den Eingangsteilen unaufhaltsam fortschreitet. Dadurch war es nicht möglich, wie geplant in die hinteren Höhlenteile vorzudringen, da der Eisboden unter dem 1. Aufstieg so tief abgeschmolzen war, dass eine Querung unmöglich wurde. Dafür konnte der seit Jahrzehnten zugeeiste westliche Gang wieder offen angetroffen werden. Ein Abstieg ohne Seil war bei dieser Tour aber nicht möglich.
Schöne Eisbildungen in der Eingangshalle der Hemmernbodenhöhle. Foto: R. Seebacher
Bei der Erkundung des Teiles im Februar wurde festgestellt, dass der 1977 begangene kleine Gang mit Eisboden lediglich die Deckenregion eines nun vollkommen freigeschmolzenen, großen Raumes war. Der so genannte Damenschacht endet in 27 m Tiefe verstürzt, bzw. zugeeist. Eine Traverse ermöglichte jedoch den Zugang zu einem stark bewetterten Kriechgang, der weiter schräg nach unten führt. Die Passage mündet in die „Matrix“ einen unübersichtlichen Teil mit mehreren Schloten und Gangansätzen wo sich die Wetterführung verliert. Hier musste bei der nächsten Tour der Weiterweg gefunden werden. Durch Ausräumen und Erweitern eines Schlufes gelang es von dort in den weiterführenden „Gefriergetrockneten Gang“ vorzudringen. In diesem mit Eis und Sinter schön dekorierten Gang verliert sich die anfangs starke Wetterführung allmählich erneut. Zwei Kletteraufstiege von 6 und 4 m führen zu einer Engstelle, die mühsam erweitert werden musste. Dahinter liegt die „Matrix reloaded“, ein verwinkelter, komplexer Höhlenteil mit mehreren Schloten. Das technische Erklettern zweier Schlote, sowie das Ausräumen von zwei Verstürzen erbrachten nicht den erhofften Durchbruch. Die Wetterführung verliert sich in zahlreichen unschliefbaren Spalten.
Schöne Eiskeulen in der Matrix. Foto: R. Seebacher
Am Ende des Gefriergetrockneten Ganges, noch vor dem Aufstieg zur erweiterten Engstelle konnte aber durch einen Rauchversuch festgestellt werden, dass der Luftzug teilweise durch ein verstürztes Bodenloch verschwindet. Durch mehrstündiges Ausräumen gelang es schließlich den kleinen Zugang zu einem 8 m tiefen Schacht und einen weiterführenden engen Canyon zu öffnen. Der Canyon ist sehr stark einwärts bewettert und verengt sich nach wenigen Metern auf nur etwa 10 cm Breite. Bei der nächsten Tour gelang es aber, diese Stelle in mehrstündiger Arbeit auf befahrbare Dimensionen zu erweitern. Wenige Meter dahinter brachte ein 7 m  Abstieg den Zugang zu einem weiteren Schacht  mit einem recht engen Einstieg. Darunter erweitert sich der 22 m tiefe, sehr schöne Schacht aber auf 5 m Durchmesser. Von dessen Boden führt ein weiterer, geräumiger, noch unerforschter Schacht in die Tiefe. Dieser, immer noch stark bewetterte Punkt befindet sich bereits 85 m unter dem Eingang und es scheint, dass an dieser Stelle tiefer ins Tauplitzalm-Plateau vorgedrungen werden kann. Möglicherweise gelingt hier sogar der Abstieg zum gesuchten Sammler des Gebietes.
Bemerkenswerte Sinterbildungen im Gefriergetrockneten Gang. Foto: R. Seebacher

Während der 8 Forschungstouren von Jänner bis April 2018 gelang es insgesamt 413 m Neuland zu dokumentieren, wodurch die Hemmernbodenhöhle aktuell eine Länge von 618 m aufweist. Sie wird dadurch zur dritten Großhöhle des Tauplitzalm-Plateaus.
Folgende Personen waren an den bisherigen Forschungen beteiligt: Heidrun André (1), Christoph Peer (3), Sebastian Seebacher (4), Robert Seebacher (8)
Ein geräumiger 22 m Schacht führt zum bisher tiefsten erreichten Punkt der Höhle. Foto: R. Seebacher


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