Von 16. bis 22. August 2009 fand das VHO-Forscherlager "Sub-Glacies II" am Dachstein-Südrand statt. Als Stützpunkt diente wieder die Seethaler-Hütte auf 2740 m Seehöhe. 




Verein für Höhlenkunde in Obersteier, Bad Mitterndorf,Österreich, Höhlenforschung, Höhlen, Höhlentauchen, caving, speleo
Von 16. bis 22. August 2009 fand das VHO-Forscherlager "Sub-Glacies II" am Dachstein-Südrand statt. Als Stützpunkt diente wieder die Seethaler-Hütte auf 2740 m Seehöhe. 




Am 07. August 2009 unternahm Robert Seebacher einen neuerlichen Tauchvorstoß im Schwazenbachloch. Diesemal erfolgte die Unterstützung durch Resi und Erwin Hüttner sowie Taraneh und Ernest Geyer. Die Bedingungen waren diesmal besser und unter Wasser herrschten mehrere Meter Sicht. Da die Leine beim ersten Tauchgang wieder aus dem Siphon entfernt wurde, musse die Leine wieder neu verlegt werden. Vom 1. Siphonknie bei -10 m führt eine enge Kluft steil nach oben. Hier kann man in einer winzigen Luftglocke den Kopf aus dem Wasser strecken. An dieser Setelle ist der Siphon aber nicht zu Ende, sondern setzt sich erneut nach unten fort. Nach insgesamt 37 m Tauchstrecke war die Sicherheitsgrenze in knapp 5 m Tiefe erreicht und es wurde der Rückweg angetreten. Diesmal wurde die Führungsleine in Siphon belassen, um bei einem nächsten Vorstoß den Endpunkt schneller erreichen zu können. Weiters konnte die gesamte Unterwasserstrecke vermessen werden.

Obwohl die Schüttung gering war, stellten sich die Bedingungen als alles andre als Ideal dar. Durch ein leichtes Hochwasser am Vortag war das Wasser sehr trüb. Die Sicht unter Wasser betrug anfangs nur wenige dm und verschlechterte sich schnell auf null. Dadurch war es teilweise gar nicht mehr möglich die Instrumente abzulesen, bzw. musste der Weg tastend gefunden werden.

Es zeigte sich dass das Wasser sehr schnell abfließt und so gut wie keine Rückstauzonen vorhanden sind. Aus diesem Grund erschien es nun auch möglich, den Tauchvorstoß bei nicht ganz optimalen Bedingungen durchzuführen.
Nach dem Eingang ist anfangs ein Schachtsystem bis in eine Tiefe von 160 m zu überwinden. Eintretende Gerinne machen die Absteige teilweise sehr feucht und erschweren die Befahrung. Nach der Überwindung des Christophorus-Sees setzt sich der Weg nun als über 500 m langer Canyonteil fort. Dieser mündet in geräumige phreatische und teilweise stark verlehmte Gangpassagen. Nach einem kleinen Abstieg gelangt man in den Autobahncanyon, welcher bei Hochwasser den Hauptbach der Höhle ableitet. Hinter einem kurzen, aber sehr dreckigen und nassen Schluf erreicht man schließlich den Blinden Canyon, welcher am Tiefen Siphon bisher endete.
Relativ zügig gelangte das 6-köpfige Team nach etwa 2 Stunden zum Endsiphon, welcher bereits in 181 m Tiefe und etwa 1,4 km vom Eingang entfernt liegt.
Der Tauchgang wurde von Robert SEEBACHER durchgeführt, wobei ein 2 x 4 Liter Tauchgerät zum Einsatz kam. Die Sichtweite unter Wasser betrug etwa 1 m, Strömung war keine zu bemerken, da sich ein Gerinne von nur etwa 1 l/s in den Siphon ergoss.
Die Unterwasserpassage fällt anfangs sehr steil bis in eine Tiefe von 3 m ab. Von dort führt ein 1-2 m hoher und ebenso breiter Gang in Richtung Osten. Nach bereits 15 m Tauchstrecke konnte im Siphonsee des Wasserloches wieder aufgetaucht werden und die Verbindung realisiert werden. Die vermessene Länge der neu erforschten Passage beträgt 17 m, wodurch sich nun für die neue Durchgangshöhle eine Gesamtlänge von 4.893 m ergibt. Der Höhenunterschied beträgt 252 m und die Horizontalerstreckung zwischen den beiden Eingängen beachtliche 1.400 m.
Dank: Herwig LOIDL und Georg XENGER von den Österreichischen Bundesforsten für die Fahrerlaubnis, Hermann KIRCHMAYR und Erhard FRITSCH für Planunterlagen und Informationen sowie dem fleißigen Trägerteam, welches den langen, teilweise nassen und schmutzigen Weg durch die Höhle bestreiten musste. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Höhlenforscher, welche in stunden- und tagelanger Arbeit diese beiden Großhöhlen bisher arbeiteten und dokumentierten.




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Samstag: Der Bergesack wurde erstmals im Zuge eines Tauchganges im Hallstätter-See unter Wasser ausgetestet. Am Nachmittag besuchten wir dann den Griesbach-Ursprung und beschlossen den Tag bei einem gemeinsamen Tauchgang im Gosausee. 

Das Ziel dieser Tour war die Erforschung und Vermessung der Seitengänge in den großen Hallen. Es wurde ein Seitengang in der Fledermauskammer, der nun eine weitere Verbindung in die Stalagmitenhalle bildet, vermessen. Dort wurden zwei weitere Seitengänge vermessen. Ein Gang, der in der Mitte der Halle ansetzt, endet nach 20 m an einem Versturz. Die zweite Fortsetzung am nordwestlichen Hallenende geht in einen 60 m tiefen Direktschacht über, der nach 10 m in eine große Kluft einmündet (8 m breit, ca 50 m lang). Die gesamte Schachtwand ist mit Sinterbildung und keine Stalagmiten überzogen. Am Schachtboden setzt ein Gang an, der in einen Hallenbreich mit weiteren Fortsetzungen führt. Hier befindet sich mit -142 m der derzeit tiefste Punkt der Höhle. Trotz der Großräumigkeit dieser Höhlenteile war hier wieder eine sehr deutliche Wetterführung bemerkbar.

Weiters wurde mit der Vermessung des steil nach oben fühenden Ganges im Eingangsbreich begonnen. Der letzte Vermessungpunkt bildet mit 18 m über dem Eingang den höchsten Punkt der Höhle. Diese Passage setzt sich weiter nach oben fort.
Der sich im Bereich der Schipiste am Lawinenstein befindliche Winterschacht weist eine deutliche Bewetterung auf. Der Schachteingang ist auch bei hoher Schneelage immer ausgeblasen.

Nachdem mit dem Sessellift auf die Tauplitzalm gefahren wurde, erfolgte der über 2-stündige Zustieg zum Eingang mit Tourenschi. Der auf knapp 2000 m Seehöhe gelegene Höhleneingang wurde anschließend ausgeschaufelt. Gott sei Dank liegt dieser auf einer Kuppe, so dass die in den letzten Wochen gefallenen Schneemassen abgeweht wurden und nur etwa 160 cm tief gegraben werden musste. Nachdem dann noch ein Zelt aufgebaut wurde, stieg man um 15:15 Uhr in die Höhle ein.
Rasch war die Engstelle in 158 m Tiefe erreicht. Mit einem Spitzmeißel gelang es hier noch einige störende Felsnasen zu entfernen um den senkrechten Spalt auf etwas „angenehmere“ Dimensionen zu erweitern.
Beim im November 2008 erreichten Endpunkt in einer Tiefe von 233 m war die Verankerung bereits gebohrt und so gelang es rasch, nach Schlagen eines weiteren Spits einen kleinen Zwischenboden zu erreichen. Dieser befindet sich bereits in einer Tiefe von 266 m. Somit ist die Direktstufe des Saurierschachts 94 m tief.
Am Rand des Bodens bricht jedoch ein weiterer, sehr tiefer Schacht mit schönen runden Profilen von etwa 5-7 m Durchmesser ab. Mit nur 2 weiteren von Hand geschlagenen Spits gelang es zügig die 71 m tiefe Stufe zu überwinden. Daher nannten wir diesen Abstieg „Schacht der alten Zeiten“. Von der geöffneten Engstelle bis hier überwindet die beeindruckende Schachtfolge nur durch 2 Absätze unterbrochen eine Höhe von 177 m.
Am Schachtgrund ändert sich der Höhlencharakter grundlegend. Die schönen senkrechten Schachtbrunnen gehen hier in einen durch weitere kleine Stufen unterbrochenen Canyon über. Weiters wird eine verbrochene phreatisch überformte geräumige Kluft angeschnitten. Für die anschließende 12 m-Stufe reichte das Seil gerade noch, eine weitere geneigte 15 m-Stufe musste über eine Seitenkluft umgangen werden. Darunter gelangte das Team in phreatische Röhren, welche weiter in die Tiefe ziehen. Hier erreichten sie auch den bisher tiefsten Punkt in diesem Höhlenast bei -387 m. Dies entspricht einer Seehöhe von 1608 m. Hier fehlen also nur noch etwa 50 m Niveau zum in diesem Gebiet ausgeprägtesten Horizontalniveau-1550. Ein bewetterter 10 m-Schacht und einige kleine Gänge warten weiter auf ihre Erforschung. Auch die angeschnittene Kluft und einige Ansätze in den Schächten bergen Potential für weiteres Neuland. Die sehr starke Wetterführung lässt auf interessante Entdeckungen hoffen. Aus diesem Grund bleiben die Seile für einen weiteren Vorstoß eingebaut.